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von orphan » 7. Dezember 2011, 23:16
Schön zu hören, dass sich euer Alltag eingespielt hat.
Solche "Sprüche" wie du sie zu hören bekommst, kennen wir wohl alle auch. Ich höre ähnliches immer wieder.
Du meisterst das ganz gut und ich finde es wichtig, dass du nicht daran denkst, was kommen kann sondern einzig und alleine das hier und jetzt geniesst.
Bei mir ist im Moment ganz stark im Bewusstsein, dass uns die Ärzte vor vier Jahren mitgeteilt haben, dass die Lebenserwartung unseres Sohnes bei 8 bis 12 Jahren liegt. Er wird im Januar 8 ...
... und diese Woche kam nachts ein Anruf aus dem Wohnheim (er schläft 2x pro Woche auswärts damit wir auch mal Durchschlafen können) und als ich an der Nummer sah, dass es das Wohnheim ist, dachte ich, jetzt ist etwas ganz schlimmes passiert ...
... so schlimm war es dann aber nicht - eher nur ungewohnt und wir konnten alles klären! Aber der Moment als ich den Hörer abnahm war schlimm!
Wir versuchen auch so gut es geht im hier und jetzt zu leben und nicht daran zu denken, was kommen wird.
Unsere Kinder sind doch solche Sonnenscheine und sie geben uns viel von dem, was wir ihnen geben zurück.
Auch wir kommen immer wieder an Grenzen und ich frage mich auch manchmal wie lange ich noch die Kraft habe. Besonders schwierig ist der fehlende Schlaf. Trotzdem geht es immer irgendwie weiter. Irgendwoher kommt immer wieder die Kraft. Ich frage mich manchmal selber woher ich die nehme! Vielleicht ist es gerade das, was uns zu Eltern von behinderten Kindern gemacht hat - die Tatsache, dass wir Kraft für die Aufgabe bekommen!
Wünsche euch alles Gute und viel Kraft. Lasst es euch gut gehen.