Heilpädagogische Früherziehung bringt unserem Sohn nicht - wie können wir erreichen, dass sie gestoppt wird?

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Edgar
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Heilpädagogische Früherziehung bringt unserem Sohn nicht - wie können wir erreichen, dass sie gestoppt wird?

Beitrag von Edgar » 3. Mai 2005, 21:41

Hoi zämä

Unser Sohn Jan (4 1/2) hat seit 3 Jahren Früherziehung.

Wir möchten bald damit aufhören, da wir das Gefühl haben, dass es Jan bisher nichts gebracht hat.

Neben der Früherziehung hat Jan noch je einmal wöchentlich Ergo und Logo.

Was für Erfahrungen habt Ihr mit der heilpädagogischen Früherziehung gemacht?

Viele Grüsse
Edgar
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maus
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Beitrag von maus » 5. Mai 2005, 21:26

Hallo Edgar

ich bin etwas erstaunt, dass du das Gefühl hast, die Frühreziehung habe nichts gebracht. Aber so wie bei vielem kommt es vermutlich auf die Therapeutin, das Kind und die Beziehung an. :?
Unser Sohn Jannis (3.5j) hat seit 2,5 Jahren Früherziehung, einmal wöchentlich und ich habe das Gefühl es bringe ihm und MIR extrem viel. Unser Jannis ist -so wie wir ihn einschätzen(die Fachpersonen machen vor 4bis 5j.keine Diagnose) geistig behindert. Wie es typisch ist bei solchen Kindern fehlt ihm der Drang von sich aus Neues zu entdecken und erforschen, ja er hat sogar oft Angst davor. Die Heilpädagogin weiss von ihrer Ausbildung her nun genau welcher Entwicklungsschritt er als nächstes machen sollte und kann diesen nun aufbauen und üben mit ihm. Auch mir hilft es, wenn ich weiss wo, dass ich ihn locken, was ich mit ihm üben kann, was im Moment "dran" ist.
Im Moment sind wir am Auffädeln, Farben und Formen erkennen und sortieren. Auch das Symbolspiel ist ein Thema.
Momentan kommt sie zwar nur etwa alle 3 Wochen, da Jannis zu ihr einmal pro Woche in die heilpädagogische Spielgruppe geht.
Zusätzlich hat er Physio und alle 3 Wochen Esstherapie(Logo).

Soviel ich weiss endet die Früherziehung sowieso mit Kindergarteneintritt, was bei euch wohl bald der Fall sein wird.

Auch hat die Heilpädagogin mich in alltäglichen Fragen, wie Entlastung oder ä. kompetent beraten. wir haben also durchwegs positive Erfahrungen gemacht. :lol:

Mit freundlichen Grüssen Maja
Nicole
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Beitrag von Nicole » 9. Mai 2005, 13:03

Hallo Edgar,

Unser Sohn 27 M. hatte vom 6. Monat an bis ca. 18 M. Früherziehung. Ich wollte dies auch nicht mehr. Mir persönlich wurde es zu viel! Auch hatte ich das Gefühl das unser Sohn damit überfordert war oder eben das er zuviel machen musste. (je einmal die Woche: Vojta, Physio, Wasser und dann noch Frühförderung)
Ich denke er macht auch so seine Fortschritte. Vielleicht etwas langsamer.... vielleicht auch nicht. Ich persönlich finde es so wie es jetzt ist gut. Und ich denke es muss Euch wohl sein. Es muss für Euch stimmen.

Grüessli
Nicole
Manu
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Früherziehung und Geschwister

Beitrag von Manu » 17. August 2005, 08:35

Hallo zusammen
Ich habe seit einiger Zeit für mein drittes Kind (Leukomalazie/CP) eine Heilpädagogin zugewiesen bekommen. Nun gibt es immer dann Spannungen, wenn mein Aeltester (er ist bald sieben Jahre alt) während der Therapie dazukommt und sich in den Mittelpunkt stellen will. Die Heilpädagogin versteht es nicht, ihn wenigstens ein bisschen einzubeziehen, sondern man spürt sehr deutlich, dass sie ihn weghaben will und dass er stört. Das weckt aber bei meinem Sohn negative Gefühle, so dass er erst recht nicht weggehen möchte. Mit der Physiotherapeutin habe ich das Problem viel weniger. Sie spricht während der Therapie auch mit meinen anderen Kindern; ihr gelingt der Spagat. Ich kann doch meine anderen Kinder während der Therapie nicht wegsperren. Ich bin der Meinung, dass sie zwar schon lernern müssen, dass es in erster Linie nicht um sie geht, aber die Situation muss doch für sie auch einigermassen erträglich sein? Ich habe die Therapeutin darauf angesprochen und sie hat klar durchblicken lassen, dass sie nicht auf die anderen Kinder auch noch eingehen könne. Das würde ich aber bis zu einem gewissen Grad erwarten?!
Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Ich erwäge nämlich einen Wechsel. Es muss doch Therapeuten geben, die etwas mehr stresserprobt sind und etwas mehr Fingerspitzengefühl für eine Familiensituation haben? Es geht doch nicht an, dass sie nur hierherkommt, um sich mit dem einen Kind abzugeben, während die anderen nicht stören dürfen? Natürlich ist es immer eine Frage des Masses. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Aeltester geht und es ihm langweilig wird nach einer gewissen Zeit. Wichtig und Voraussetzung ist aber, dass man ihn eben auch beachtet!

Ich wäre froh um eine Antwort.
Manu
nadja mit kids
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Beitrag von nadja mit kids » 18. August 2005, 14:05

Sali Manu,
Unser Sohn David (6 1/2) hatte während sechs Jahren Heilpädagosische Früherziehung (seit zwei Wochen ist er in der Schule und die Früherziehung fällt weg). Die Therapeutin ist jede Woche für eine Stunde in unsere Familie gekommen um mit David zu arbeiten. Sie hat aber von Anfang an David's Geschwister (zu Beginn der Therapie 2 1/2 und 4 1/2) in ihre Therapiestunde mit einbezogen, wenn diese es wollten. Darüber war und bin ich sehr froh, hätte ich doch sonst jeweils einen Babysitter besorgen müssen. Mit der Zeit (Schul- und Kindergarteneintritt der Geschwister) könnten wir die Therapiestunde dann so legen, dass David alleine war. Aber auch dann, war sie immer bereit in den Schulferien oder auch bei Krankheit der Lehrpersonen die anwesenden Geschwister in die Therapiearbeit mit einzubeziehen. :)
Ich finde es auch wichtig, dass die Geschwister nicht in eine Ecke gestellt werden. Schliesslich haben sie schon so genug daran zu beissen, dass das besondere Kind oft mehr Aufmerksamkeit bekommt/braucht.
Ich hoffe ihr findet eine Lösung mit der Therapeutin.
Liebi Grüess und viel Chraft
Nadja
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Edgar
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Beitrag von Edgar » 19. August 2005, 10:23

Hoi Manu

Bei uns war es so, dass sich die Therapeutin mit Jan in ein Zimmer zurückgezogen hat und nicht gestört werden wollte.
Wir haben jetzt mit der Früherziehung aufgehört.
Wenn die Therapeutin schon nach Hause kommt, sollte sie auch die ganze Familie, insbesondere die Geschwister, einbeziehen. Sonst nützt es überhaupt nichts.

Gruss
Edgar
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maus
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Beitrag von maus » 19. August 2005, 21:20

Hallo Manu

Bei uns war zu Beginn genau dasselbe Problem. Wir lösten es so, indem sie für Timon ( die Schwester war jewiels im Kiga) extra ein Spiel mitbrachte, welches ich dann mit ihm spielte. Nachher durfte er an den Computer oder einen Video schauen und so war dieser Morgen für Timon auch immer besonders und er freute sich jedesmal. Er empfing die Heilpädagogin freudig erwartend: " Was häsch für mich mitbracht?"
Nun , da beide Geschwister in dem Kiga und Schule sind, legen wir den Termin so, dass sie kommt wenn die Grossen ausser Haus sind.

Liebe Grüsse Maja
rebekka
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Beitrag von rebekka » 31. August 2005, 11:41

Hallo Manu

Wir freuten uns immer alle auf die Stunde mit der Früherzieherin, denn Nina hatte eine ganze Stunde Aufmerksamkeit der Erzieherin und durfte was machen und ich nahm Nina's Schwester und ging Einkaufen oder meistens auf den Spielplatz so hatte auch Sara mal Ihr Mammi für eine Stunde ganz für sich alleine und sie genoss diese Zeit , so war danach das Teilen von Aufmerksamkeit für mich wieder einfacher.

grüsse rebekka
Rapunzel
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Beitrag von Rapunzel » 20. September 2005, 20:35

Hallo Manu
Wir haben für unseren Sohn (4 1/4 J.) auch heilpädagogische Früherziehung. Er hat einen Zwillingsbruder und einen älteren Bruder, der jetzt 6 1/2 J. alt ist. Unsere Früherzieherin versteht es sehr gut, den Zwillingsbruder miteinzubeziehen (der Aeltere ist in der Zwischenzeit in der Schule). Die Abmachung ist, dass sie zuerst mit J. arbeitet und dann am Schluss, wenn es ein Spiel oder eine Geschichte gibt, dann darf M. auch dabei sein.
Es ist wichtig bei der Früherziehung, dass das ganze Familiensystem berücksichtigt wird, nur so kann es funktionieren. Ich denke, ob eine Früherzieherin dies erkennt und auch umsetzen kann, kann auch damit zu tun haben, ob sie selber Kinder hat...
Sonst ist es bestimmt eine sehr gute Sache!
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