Regelschule oder Sonderschule?

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elwe
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 5. Dezember 2016, 20:49

Liebe Tina

Du schreibst so liebevoll von deiner Tochter Tessy. Du stehst zu ihr und bist sehr stolz auf sie. Das ist total schön. Bitte nimm die Diskussion nicht allzu persönlich. Dein Entscheid ist der richtige Entscheid für deine Tessy. Sie wird sich wohlfühlen. Du gibst ihr die Sicherheit und den Rahmen dafür. Für eine integrative Massnahme ist es deiner Schilderung nach noch zu früh. Lass sie sich entwickeln, du tust genau das Richtige. Der Rahmen passt, das Umfeld passt. Wenn andere reden, dann lass sie reden.

Was hier diskutiert wurde ist, dass es einfach keinen Zwang geben darf, ein Kind in eine bestimmte Richtung zu drängen. Sei es, weil es die Schule nicht möchte, sei es, weil es Widerstand bei einzelnen Eltern gibt, sei es, weil dem Kind nicht die Zeit gegeben wird, sich zu entwickeln.

Du tust genau das Richtige. Du lässt deine Tessy von Beginn ab im geschützten Bereich sich entwickeln. Gib ihr die Zeit und schau dann, was kommt. Die schulische Integration ist kein Muss, sie soll aber mehr und mehr angeboten und umgesetzt werden. Deine Tessy hat noch viele Jahre in der Schule vor sich. Welche Schule dann die Richtige ist, dafür ist noch genug Zeit für eine Entscheidung.

Und danach? Kennst du die Seite "mitschaffe.ch"? Schau mal drauf und informiere dich. In nächster Zeit wird dieses Angebot auch in der Ostschweiz und sicher auch in allen anderen Regionen der Schweiz ausgebaut werden. Bis Tessy dann in einem Alter ist, in dem wegen der beruflichen Möglichkeiten geschaut wird, hat sich sicher viel getan. Und wenn es ein paar einzelne Stunden sind. Wichtig ist, dass es unseren Kindern gut geht.

Nimm bitte keine Aussage als persönlichen Angriff. Jedes Kind ist einzigartig, alle Eltern wollen das Beste. Für ihre Kindern und deren weiteres Leben.

Viele Grüsse

Elwe
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon orphan » 6. Dezember 2016, 01:33

... nicht wirklich die richtige Schule. Ich meinte tatsächlich, dass wir nicht auswählen können. Es gibt keine andere Schule, die unseren Sohn aufnehmen will/kann! Die bestimmen und wir können "ja" sagen. Wenn man "nein" sagt, werden einem Steine in den Weg gelegt ...
Es wäre schön, wenn es eine Alternative gäbe, dann müsste sich die Schule etwas anstrengen, damit die Kinder nicht auf eine andere Schule wechseln.
Auf jeden Fall ist das Thema Schule nie einfach und ich wünsche euch viel Erfolg bei der Wahl!
Eine schöne Zeit wünscht
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 11. Dezember 2016, 21:21

Hallo Orphan

Danke für Deine Nachricht. Genau das meine ich. Dass einem Steine in den Weg gelegt werden können, wenn man "nein" sagt. Schade dass es für Euch keine Alternative gibt. Gäbe es die Möglichkeit eines Gesprächs? Meistens hat man ja leider nur die Möglichkeit, gegen einen Entscheid Rekurs einzulegen. Schade. Denn ich bin der Meinung, nur eine Schule, die ein Kind wirklich beschulen will, ist die Schule, in die man sein Kind gerne geben sollte. Für uns persönlich käme in diesem Fall nur eine Privatbeschulung in Frage, da die Sonderschule vor Ort nicht der optimale Förderort für unser Kind ist und der einfache Weg fast 1 Stunde Fahrzeit beträgt. Es gibt tolle Privatschulen, die wirklich sehr gut auf die einzelnen Kinder eingehen. Der Nachteil? Ich finde die Integration am Wohnort einfach besser. Die Kinder können zu Fuss zur Schule gehen, vor Ort Verabredungen treffen und sind einfach mit dabei. Dies ist natürlich immer abhängig vom Grad und Ausmass der Behinderung. Und natürlich von der Einstellung der anderen Eltern. Dann gibt es aber auch noch die finanzielle Hürde. Eine Privatschule kann sich sicher nicht jeder leisten. Nochmals schade. Dass es auch noch von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Eltern abhängt, ob man die Wahl haben kann oder nicht.

Vielleicht kannst Du Vorschläge einbringen, so dass die Schule merkt, in welchen Bereichen eben noch Anstrengung nötig ist, damit sich Dein Sohn wohler fühlt an der Schule und optimale Bedingungen vorfindet. Aber hier ist natürlich Fingerspitzengefühl gefragt. Damit es nicht noch schlechter wird. Viel Erfolg dabei, die Schule Deines Sohnes so zu optimieren, dass es einfach passt.

Viele Grüsse

Elwe
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon orphan » 12. Dezember 2016, 12:00

Hallo Elwe

Natürlich können wir uns in gewissem Masse einbringen ... dazu finden auch regelmässig Schulgespräche statt. Zuerst waren wir eigentlich auch ganz zufrieden mit der Schule. Es hat gepasst. Für unseren Sohn und uns. Aber jetzt mit den vielen Sparmassnahmen ... alles wird gestrichen ... es ist einfach nicht mehr das selbe. Und sobald es um finanzielle Aspekte geht, kann man nicht mehr optimieren ...

Es ist ein so schwieriges Thema. Natürlich ist es schön, wenn die Kinder am Wohnort integriert werden können. Sofern das machbar ist für Kind/Lehrpersonen würde ich das auch so wählen.
Man sollte diesbezüglich viel mehr auf die Kinder hören. Schlussendlich muss sich Kind wohl fühlen ... deshalb sollte eigentlich auch das Kind entscheiden dürfen, wo es hin möchte. Aber das ist oft Wunschdenken ...
Eine schöne Zeit wünscht
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon Beatrice » 20. Dezember 2016, 23:07

Hoi zäme

Habe eine Maturaarbeit gefunden (auf die Schweiz gemünzt), die sich vor allem der Frage widmet, in wie weit ein Kind mit Down-Syndrom von einer Integration in eine Regelschule profitieren kann - keine einfache Frage, ohne allgemeingültige Antwort, jedoch vielleicht doch lesenswert für den einen oder die andere hier:
https://www.ksasz.ch/images/PDF-Dokumen ... Jasmin.pdf

Liebe Grüsse

Bea
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 21. Dezember 2016, 20:05

Liebe Bea

Vielen Dank für das Einstellen des Links zur Maturaarbeit. Diese ist sicher für viele, die hier mitlesen, sehr informativ. Ich glaube, man könnte ganze Bücher darüber schreiben. Jedes Kind ist einzigartig, jede Schule ein bisschen anders. Wenn alle gemeinsam das Beste wollen und es dem Kind dabei gutgeht, dann ist es optimal. Sparmassnahmen sollten eher dort angesetzt werden, wo nicht am Kind gespart wird. Es ist so schade, wenn gewisse Leistungen gestrichen werden, die doch den Kindern und deren Familien so gut tun.

Sicher wird es in den nächsten Jahren noch einige Veränderungen im Schulwesen geben. Hoffentlich dürfen dabei auch alle profitieren. Am Procap-Elternforum, welches wir beide besucht haben, wurde dies ja auch sehr eindrücklich geschildert und miteinander diskutiert.

Es wäre schön, wenn es hier mehr Eltern gäbe, die sich austauschen, denn von den Erfahrungen der anderen lernt man oft am meisten.

Liebe Grüsse

Elwe
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon orphan » 27. Dezember 2016, 16:34

Ja, natürlich ist mein Kind in einer Sonderschule. Für uns war/ist nicht das Problem, dass unser Sohn in die "Sonderschule" geht. Für uns ist zurzeit das Problem, wie die Sonderschule sich gibt (vor allem Führungsetage). Die Sonderschulen nehmen sich viele Rechte, die sie eigentlich gar nicht haben, mit dem Wissen, dass die Eltern sich nicht wehren können, weil es viel zu wenige Sonderschulen gibt! Es gibt einfach keine Konkurrenz und das finde ich schade.

Die Sonderschule ist gut. Mein Sohn ist in einer Sonderschule bei den Betreuungs- und Therapiepersonen perfekt aufgehoben. Er braucht ständige Betreuung und kann NICHTS alleine machen. Ich sehe also die Sonderschule aus der Sicht eines schwer mehrfachbehinderten Kindes, das KEINE Möglichkeit hat zu lernen/kommunizieren! Mein Sohn bekommt in der Sonderschule "nur" Betreuung und Therapien keinen "Schulunterricht"!

Ich habe leider keine Erfahrung wie es ist, wenn ein Kind in die Sonderschule geht und "lernen" kann bzw. nicht zu 100% auf eine Betreuung/Pflege angewiesen ist. Ich kann mir aber vorstellen, dass es viel besser funktioniert mit den Lehrpersonen, wenn das Kind selber kommunizieren kann. Der Austausch wird dadurch viel besser als in unserem Fall.

Persönlich finde ich es überhaupt nicht "schlimm" ein Kind zu haben, das in die Sonderschule geht. Das Kind soll dahin gehen, wo es sich wohl fühlt und wenn die Behörden einen Schulplatz in der Sonderschule genehmigen, ist es ja auch gerechtfertigt und kein Problem!
Vor einiger Zeit gab es an der Sonderschule meines Sohnes eine Prüfung, ob alle Kinder, die dort zur Schule gehen, auch wirklich Anrecht auf einen Platz in der Sonderschule haben. Die Prüfung hat ergeben, dass es Kinder gab, die eigentlich keine Platz in der Sonderschule benötigen und die mussten dann auf das neue Schuljahr in eine heilpädagogische Schule wechseln!

Eigentlich verstehe ich auch diese Diskussion hier nicht wirklich, weil schlussendlich das Amt für Volksschulbildung entscheidet, ob ein Kind "Anrecht" auf einen Sonderschulplatz hat oder nicht. Bei den Sonderschulen geht es ja schlussendlich tatsächlich darum, ob es von der Behinderung des Kindes her gerechtfertigt ist, dass es einen Platz in der Sonderschule bekommt! Die Plätze in den Sonderschulen sind so rar, dass nicht einfach "jeder" dahin gehen kann!
Eltern können mitentscheiden, ob das Kind am Wohnort in der Regelschule integriert werden soll oder besser in eine heilpädagogische Schule geht. Aber sobald das Kind weder integriert werden kann, noch in eine heilpädagogische Schule gehen kann, muss ein Antrag auf "Sonderschulrecht" gemacht werden!

Ich nehme mal an, dass es hier in der Diskussion um Regelschule oder heilpädagogische Schule geht (HPS) und gar nicht um die wirkliche "Sonderschule"! Und dass es sich um Schulen in der Schweiz handelt und nicht um Schulen in Deutschland (dort ist nämlich alles sowieso wieder anders).

... und wenn es sich um eine Entscheidung für die heilpädagogische Schule handelt, würde ich auf mein Kind hören und schauen, wo es sich wohler fühlt und mich dann für diese Schule entscheiden. Das haben wir damals so gemacht, als unser Sohn noch sprechen konnte. Er ging ein Jahr in einen heilpädagogischen Kindergarten und ein Jahr in eine heilpädagogische Schule, weil er das so entschieden hat und sich dort sehr wohl gefühlt hat. Danach - als er die Sprache verloren hatte und auch nicht mehr Gehen konnte - wechselte er in die "Sonderschule"!
Eine schöne Zeit wünscht
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 27. Dezember 2016, 16:59

Hallo Orphan

Vielen Dank für Deine ausführliche Nachricht. Es ist tatsächlich so, hier wird einiges unterschiedlich gesehen. Ist eine heilpädagogische Schule nicht auch eine Sonderschule? Ist eine Sonderschule so anders? Wer darf, wer kann, wer sollte in eine Sonderschule gehen? Es ist immer gut, wenn die perfekte Lösung gefunden wird und es allen Kindern gut geht. Doch warum soll es nun zu Lasten Deines Sohnes Sparmassnahmen geben? Warum haben nicht alle Eltern die gleichen Rechte, ganz gleich, was diese Rechte kosten? Die Betreuung eines Kindes, das viele Therapien benötigt und diese auch bekommen sollte, wird immer aufwändiger sein. Doch genau diese Kinder profitieren so sehr davon. Eltern sollten hier viel mehr Unterstützung erhalten, als dies in vielen Fällen aktuell der Fall ist. Das wäre schön. Sicher, das kostet viel Geld. Wenn aber nun im Gegenzug die schulische Integration fortschreitet und dies nach einer gewissen "Anlaufzeit" auch Einsparungen bringen kann, dann könnten diese Gelder gut für z.B. Wochenendbetreuung oder andere Angebote eingesetzt werden.

Du hast recht, es wird hier auch darüber diskutiert, wie und ob in den verschiedenen Kantonen die integrative Beschulung umgesetzt und gewünscht wird. So unterschiedlich wie die Behinderungen der Kinder sind, so unterschiedlich sind auch die Meinungen zu den Schulformen.

Ich finde es sehr schön, wie du über die Schule deines Sohnes schreibst und hoffe, dass es auf der "Führungsetage" zu einem Umdenken kommt, zu Gunsten deines Sohnes und zu Gunsten aller anderen Kinder an der Schule. Menschen, welche nicht persönlich mit den Behinderungen zu tun haben, sondern "nur im beruflichen Bereich", sollten sich vielleicht einmal in die Situation der Familien intensiver einfühlen. Wäre es für dich denkbar, gemeinsam mit anderen Familien einen "offenen Brief" an die Schule zu schreiben? Eure Bedenken hier zu äussern und Verbesserungen vorzuschlagen?

Ich wünsche dir dabei viel Erfolg.

Liebe Grüsse

Elwe (die wirklich erst heute den Unterschied Sonderschule - HPS von dir erfahren hat)
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon Tina Tessy » 2. Januar 2017, 00:59

Danke Beatrice für den Link zu dieser Maturaarbeit.
Kurz und knapp hat diese Schülerin den Zwiespalt auf den Punkt gebracht.

An Orphan und Elwe
In der Schweiz ist Sonderschule keine genaue Bezeichnung für eine Art von Beeinträchtigung. So kann es eine Heilpädagogische bzw.. Sonderpädagogische Schule sein, aber auch eine Schule in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie oder auch für verhaltensauffällige Kinder.

Ich glaube da gibt es schon ein verwirrendes Problem mit dem Wort "heilpädagogisch". Denn der Beruf Heilpädagoge gibt es bei uns glaubs nicht. Wer es besser weiss darf mich gerne korrigieren. Da wäre der heilpädagogische Früherzieher.
ganz liebe grüsse
tina
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon Tina Tessy » 2. Januar 2017, 01:09

Sorry, war noch nicht fertig mit schreiben. Habe versehentlich auf absenden gedrückt.

Also, es existiert der Schulische Heilpädagoge, der klinische HP und dann eben noch der Sonderpädagoge.

So, ich hoffe ich habe euch nicht noch mehr verwirrt!
Ich weiss nur, die Schule die wir für Tessy angeschaut haben heisst Sonderschulheim. (Da es auch ein Internat gibt, wir jedoch extern schicken)

Ach, euch noch ein frohes neues Jahr!
ganz liebe grüsse
tina
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 3. Januar 2017, 12:13

Liebe Tina

Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Ich glaube, durch die verschiedenen Begriffe kann es eben manchmal Verwirrung geben. Im Grunde genommen geht es dabei aber einfach immer um das Gleiche: dem Kind die bestmögliche Förderung und Unterstützung zu geben, den geschützten Rahmen, sofern es diesen braucht, und ihm dadurch eine schöne Zeit im Kindes- und Jugendalter zu bieten.

Viele Grüsse und ein gutes neues Jahr

Elwe
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon Beatrice » 4. Januar 2017, 18:41

Hoi zäme

Evtl. ist es für den einen oder die andere noch interessant, was die Bücherliste zum Thema Inklusion so alles enthält - die neueren Bücher dazu sind auf der derzeit 5. Seite
viewtopic.php?f=10&t=614

Oder die Buchliste zum Thema: Anderssein
viewtopic.php?f=10&t=1225

Aktuell, das sieht man an den verschiedenen Neuerscheinungen, ist das Thema populär.

Liebe Grüsse

Bea
Zuletzt geändert von Beatrice am 4. Januar 2017, 20:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 4. Januar 2017, 18:56

Liebe Bea

Vielen Dank für die Zusammenstellung der wirklich umfangreichen Büchersammlung. Es ist toll, was du hier alles recherchiert hast und wie gut du allen Mitleserinnen und Mitlesern Unterstützung bietest. Kompliment!

Liebe Grüsse

Elwe
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon orphan » 8. Januar 2017, 17:09

Ich glaube, dass es da wieder einmal von Kanton zu Kanton unterschiedlich ist. Bei uns gibt es die HPS und das heisst Heilpädagogische Schule! Und dann gibt es die Sonderschule, die für körperlich und geistig beeinträchtige Kinder ist. Dort gehen vor allem Kinder zur Schule, die medizinische Unterstützung brauchen (Magensonde, Sauerstoff etc.). In der Heilpädagogischen Schule gibt es keine medizinische Unterstützung bzw. Fachpersonal! Da unser Sohn medizinische Unterstützung benötigt, MUSS er in die "Sonderschule" und davon gibt es in unserem Kanton nur eine! Deshalb haben wir keine Wahl!

Betreffend Sparen: Das hängt mit den Sparmassnahmen des Kantons zusammen. Es werden Sparmassnahmen eingeleitet (Budgetkürzungen), die erhebliche Auswirkungen auf die Sonderschulen und deren Budget bzw. auf behinderte Menschen haben. Wenn die Sonderschule weniger Geld vom Kanton bekommt muss die Schule wohl oder übel ihr eigenes Budget auch kürzen. Und das hat dann natürlich Einfluss auf das Angebot der Schule (z. B. werden Entlastungsangebote gestrichen) und somit auch auf unseren Sohn. Für oder gegen diese Sparmassnahmen konnte natürlich teilweise abgestimmt werden aber wir sind da immer in der Minderheit und leider werden solche Sparmassnahmen vom Volk oft angenommen! Es ist also grundsätzlich ein politisches Problem unter dem wir Eltern von schwer mehrfachbehinderten Kindern leiden!

@elwe - es wäre schön, wenn alle Eltern die gleichen Rechte haben. Aber sobald du ein schwer mehrfachbehindertes Kind hast, welches 24h auf Betreuung angewiesen ist und medizinische Unterstützung braucht, sehen diese "Rechte" ganz anders auch. Man kämpft darum ... immer und überall ... da muss man sich manchmal ganz natürliche Bedürfnisse erkämpfen und plötzlich man fragt sich bei den einfachsten Dinge: Ist das nun übertrieben, wenn ich das melde oder nachfrage ... müsste das nicht "einfach so" gemacht werden ... gehört das nicht zu den Grundbedürfnissen?!?

Hier nur ein kleines Beispiel: Am letzten Schultag ist unser Sohn nach Hause gekommen und ich habe ihn gewickelt. Als ich ihm die Hosen auszog, habe ich gesehen, dass er die Windel verkehrt herum trägt (auf dem Rücken geklebt). Ich habe gedacht: Wie ist das möglich? Wie bitte schön, haben die das fertig gebracht? Mein Sohn ist 13 Jahre alt. Er wiegt 50 Kilo und ist 1.55 m gross. Er hat Spastiken, das heisst, Umlagerungen sind schwierig - auf dem Bauch kann er fast gar nicht liegen! Wie kann man da die Windeln auf dem Rücken kleben? Hat das auch nicht ein wenig etwas mit Respekt gegenüber dem Kind zu tun?
Mir ist klar, dass es schwierig ist, ein Kind dieser Grösse/Gewicht zu wickeln. Das braucht etwas Übung. Aber dennoch ... verkehrt herum geht in meinen Augen gar nicht! Was tun? Melden? Was hättet ihr getan?

Früher hätte ich sowas sofort gemeldet ohne zu zögern. Mittlerweilen bin ich soweit und so verunsichert, weil immer mehr Leistungen gestrichen werden, dass ich gar nicht mehr weiss, ob ich sowas überhaupt noch melden darf/soll. Ist eine Meldung übertrieben? Fordere ich zu viel, wenn ich will, dass mein Sohn "richtig" gewickelt wird?!?

Es würde mich wirklich mal interessieren, wie andere in einer solchen Situation reagieren würden!
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon orphan » 8. Januar 2017, 17:19

@elwe - noch kurz etwas zu "das kostet viel Geld". Eigentlich sollten die zusätzlichen Ausgaben behinderter Kinder von der Versicherung/Krankenkasse übernommen werden. Unsere Krankenkasse zahlt grundsätzlich keine zusätzlichen behinderungsbedingten Ausgaben, weil sie der Meinung ist, dass diese von der Versicherung übernommen werden müssen. Die Versicherung zahlt nur Leistungen, die unmittelbar dem Kind einen Nutzen bringen.
Beispielsweise Lift: nur für den Schulweg - also von 1. OG ins EG. Den Lift bis ins UG mussten wir selber zahlen obwohl wir dort einen Therapieraum eingerichtet haben.
Oder: Der Rollstuhl wird bezahlt nicht aber eine elektrische Schiebehilfe (obwohl unser Sohn (50) zusammen mit dem Rollstuhl (50) 100 Kilo wiegt. Die Schiebehilfe wird nicht bezahlt, weil die uns Eltern bzw. Betreuungspersonen dient und nicht dem Kind!!! Aber dass ich nicht mehr mit meinem Kind spazieren gehen kann, weil ich es nicht den Hügel hoch zu unserem Haus schieben kann, interessiert niemanden!
Deshalb zahlen wir im Durchschnitt für viele Anschaffungen 50% selber. Da diese Hilfsmittel extrem überteuert sind (zahlt ja die Versicherung!!!!!), belastet dies ein Familienbudget sehr. Aber leider sind sehr viele der Meinung, dass man bei den "Hilfsmittel" grosszügig berechnen kann, weil die Versicherung für die Kosten aufkommt. Nur leider ist dies in der Praxis nicht so!!!
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