Regelschule oder Sonderschule?

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elwe
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Regelschule oder Sonderschule?

Beitrag von elwe » 3. September 2016, 13:15

Geht mein Kind in die Regelschule oder soll es in die Sonderschule gehen? Ein immer wieder aktuelles Thema, welches wir gerne hier in diesem Forum diskutieren könnten. Gerne eröffne ich heute dieses Thema und hoffe auf rege Beteiligung an der Diskussion.

Liebe Grüsse

Elwe
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitrag von elwe » 17. September 2016, 10:35

Ein liebes Hallo miteinander

Nachdem sich bislang keiner geäussert hat zu diesem Thema, nehme ich an, dass es für viele eher uninteressant ist oder eben auch so brisant, dass es lieber nicht öffentlich diskutiert wird.

Wir können das Thema gerne auch erweitern auf: Sonderschule oder vielleicht doch Privatschule? Ist die Rückkehr zur Regelschule möglich und was muss dabei beachtet werden?

Die Auswahl an Schulen ist vielfältig. Die Wahl oder das Müssen spielen hier auch eine grosse Rolle. Im Endeffekt zählt das Wohl des Kindes. Je älter die Kinder sind, desto besser können sie sich hier selbst äussern. Wenn sie dabei auch gefragt werden. Der Dialog ist wichtig und ein zentrales Thema bei allen Entscheidungen.

Fragen zum Thema, auch anonym, versuche ich hier gerne zu beantworten.

Liebe Grüsse

Elwe
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Beatrice
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitrag von Beatrice » 17. September 2016, 21:05

Liebe Elwe

Vielleicht hast Du Gelegenheit, am 1. Oktober 2016 nach Thalwil zu fahren - da gibt es einen sehr interessanten Anlass zu diesem Thema - bitte schau mal im Link
http://www.kulturraumthalwil.ch/Program ... und-Marius

Ich grüsse Dich herzlich

Bea
Der Veranstaltungskalender des Forums wird laufend aktualisiert
http://www.dasanderekind.ch/phpBB2/viewforum.php?f=37

Man sieht nur mit dem HERZEN gut.
Antoine de Saint-Exupéry

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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitrag von elwe » 18. September 2016, 18:30

Liebe Bea

Vielen Dank für Deine Nachricht und Deinen Hinweis zur Veranstaltung in Thalwil. Gerne würde ich am 1. Oktober an der Veranstaltung teilnehmen, habe an diesem Tag aber bereits andere Termine, welche ich wahrnehmen darf.

Ich durfte die Familie, welche an dieser Veranstaltung im Mittelpunkt steht, anlässlich des Lagers in Arbon persönlich kennenlernen. Es ist beeindruckend, wie liebevoll die beiden Kinder erzogen und gefördert werden. Die DVD ist sehr gut gemacht. Ich habe sie mit meiner Familie angesehen und meine Zwillinge waren total stolz, als sie "die beiden Jungs aus dem Film" persönlich kennenlernen durften und mit ihnen spielen durften.

Die DVD habe ich inzwischen an Entscheidungsträger der Schule weiterverliehen und erhielt positive Rückmeldungen.

Für unsere Tochter haben wir eine neue und vielversprechende Therapiemethode entdeckt und gerade die Abklärungsergebnisse mitgeteilt bekommen. In wenigen Tagen starten wir und ich werde dann nach einer gewissen Zeit hier davon berichten. Denn die Therapie an sich kann bei vielfältigen Beeinträchtigungen angewandt werden. Doch ich schreibe erst mehr, wenn wir unsere eigenen Erfahrungen gemacht haben.

Liebe Grüsse

Elwe
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Tina Tessy
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitrag von Tina Tessy » 22. September 2016, 16:00

Hallo

Wie bist du nun verblieben?
Bei uns geht es noch eine Weile bis Tessy in die Schule kommt, doch darf sie nächstes Jahr in die HP-Kindergarten. Ich habe mich erkundigt was bei unseren Tochter Sinn macht. Unser HP empfiehlt Integration in der Regelschule nur bei Kindern Die grenzwertig sind. Tessy sei eindeutig für den Sonderkindergarten.
ich hoffte bis dahin auf Integration, doch sehe ich ein, dass es für alle Parteien keinen Sinn macht, Tessy in die Regelklasse zu schicken. Macht Integration überhaupt Sinn? Oder besser: ab wann macht es Sinn?
ganz liebe grüsse
tina
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitrag von elwe » 22. September 2016, 16:26

Hallo Tina

Meine Tochter geht in die Regelschule und ist sehr glücklich darüber. Das Wichtige ist jedoch, dass sie dort auch weiterhin glücklich und zufrieden ist. Wir beobachten sie genau und richten uns nach ihren Bedürfnissen. Eine ganz wichtige Rolle spielt dabei die Lehrperson und deren Verhältnis zum Kind und zu den Eltern. Wenn es hier stimmt, dann ist das bereits sehr gut und extrem wertvoll für die Entwicklung. Wir haben hier grosses Glück und sind sehr dankbar dafür.

Wenn der HP den HP-Kindergarten empfiehlt, dann ist das wohl die richtige Lösung. Doch was immer man unter "grenzwertig" anssieht, kann eben doch differieren. Wo ist die Grenze zu ziehen? Zu welchem Zeitpunkt? Vielleicht schaut ihr euch in ein paar Monaten einfach einmal beide Lösungen an. Ein Schnuppertag wäre sicher auch gut.

Integration dort, wo alle Beteiligten mitmachen, ist eine gute Sache. Doch es steht und fällt mit der Schule und den Lehrpersonen. Wenn es hier passt, wird es deine Tochter Tessy sehr gut haben, egal, ob sie nun im HP-Bereich ist oder in der Regelschule bzw. -kindergarten. Wenn du jedoch das Gefühl hast, deine Tochter Tessy könnte unterfordert sein, solltest du schauen, was das Beste ist. Eine tolle Förderung an der Sonderschule ist Gold wert. Eine schöne Schulzeit an der Regelschule hat ebenso seine Vorteile.

Ich wünsche dir und Tessy ein schönes Wochenende.

Liebe Grüsse

Elwe
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Tina Tessy
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitrag von Tina Tessy » 2. Oktober 2016, 13:24

Danke Elwe für deine Worte

Wir waren am Donnerstag den HP Kindergarten anschauen. Der Kindergarten ist im gleichem Gebäude wie die Sonderschule. Es war gerade Pause und ich schaute auf dem Pausenhof. Ich musste schmunzeln, denn ich sah auf den ersten Blick kein Unterschied zu einem anderen Pausenhof. Die Kinder tobten, sprangen, hatten Spass.
Ich glaube, du hast recht. Es kommt auf die Schule und die Lerhpersonen an. Nun, da unsere Schule wirklich schon mit anderem überfordert sind (wir haben einen Ausländeranteil von 54% in den Schulen, und die Kinder an Deutsch mangelt) haben die Lehrer weniger Kapazität für Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Ich habe mir viele Gedanken gemacht.
Ich glaube für Tessy ist der Weg mit der Seperation der bessere Weg.

danke für deine Antwort
l
ganz liebe grüsse
tina
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitrag von elwe » 4. Oktober 2016, 19:53

Liebe Tina

Schön dass es Dir bereits auf den ersten Blick gefallen hat. Zu sehen, wie die anderen Kinder spielen, zu spüren, wie glücklich sie sind. Das ist wichtig, denn Deinem Kind wird es an der Schule nur gutgehen, wenn Du davon überzeugt bist, dass es der richtige Ort für Dein Kind ist.

Es ist sicher ein schöner Beginn für die Kindergartenzeit. Und danach? Du wirst selbst sehen und spüren, welcher Weg der richtige Weg ist. Die Integration schreitet auch in der Ostschweiz immer weiter voran. Speziell ausgebildete Heilpädagoginnen und Heilpädagogen unterstützen die Kinder liebevoll auf ihrem Weg durch die Schulzeit. Lass Dir und Deinem Kind die Zeit, zu schauen, wie die Jahre nach dem Kindergarten schulisch weitergehen.

Über einen Verein wird die schulische Integration in der Ostschweiz nach und nach immer mehr etabliert werden. Dies stets in Zusammenarbeit und im Einklang mit den Behörden. Wir gehen ruhig, aber doch beständig, die weiteren Schritte.

Geniesse die Fortschritte und die Freude Deiner Tessy

Liebe Grüsse

Elwe
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Daradin
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitrag von Daradin » 28. November 2016, 19:29

es kommt auf den Behinderungsgrad des Kindes an.ich bin aber grundsätzlich gegen die Sonderschulen, man darf andere Menschen nicht einfach so ausgrenzen. Das ist ethisch nicht korrekt
Viele Grüße,
Daradin
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitrag von elwe » 30. November 2016, 18:11

Hallo Daradin

Vielen Dank für Deine Mitteilung. Du sprichst vom Behinderungsgrad eines Kindes. Ich denke, wichtig ist vor allem die Einstellung der Schule, der Lehrer, der Eltern der anderen Kinder (denn die Kinder an sich akzeptieren besondere Kinder oft erstaunlich gut) und natürlich auch die Einstellung des jeweiligen Bildungsdepartements, wie die schulische Integration angegangen wird. Es wird immer Kinder geben, die sich in den Sonderschulen besser entwickeln können als in integrativen Regelschulen. Es wird immer Eltern geben, die ihr Kind aus verschiedenen Gründen lieber ganztags betreut in Sonderschulen geben - und ihren Kindern und sich damit einen grossen Gefallen tun. Es kommt immer auf die Einzelsituation an. Eine zwangsweise Ausgrenzung jedoch sollte es nie geben. Das Gespräch ist wichtig, der Versuch der Integration sollte gewagt sein. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Es ist oft ein Gewinn für alle Seiten, wenn die Integration auch wirklich gelebt wird. Nicht nur in der Schule, sondern in allen Bereichen des Lebens.

Viele Grüsse

Elwe
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Daradin
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitrag von Daradin » 30. November 2016, 20:08

absolut, ich stimme dir in allem zu.
Viele Grüße,
Daradin
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orphan
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitrag von orphan » 2. Dezember 2016, 11:23

Dieses Thema war für uns nie ein Thema weil es nur eine Schule gibt, in die mein Sohn gehen kann/darf!
Eine schöne Zeit wünscht
orphan
.
Sohn 2004 MPS3a/Sohn 2005 ASS/Tochter 2010 ADHS
Stell' dich täglich dem Wind, dann trotzt du dem Sturm. Bild Geh' lachend durch den Regen, und du überwindest die Flut.
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitrag von elwe » 2. Dezember 2016, 17:05

Hallo Orphan

Aus deinen Zeilen lese ich, dass es die genau richtige Schule für deinen Sohn ist. Es ist die Schule, in die er gehen kann und gehen darf. Das zeigt mir, dass du sicher sehr froh über diese Schulwahl bist. Es ist wichtig, dass die Eltern hinter dem Entscheid der Schulwahl stehen. Es ist sehr wichtig, dass es dem Kind dabei gut geht und es die richtige Wahl für die Entwicklung und Förderung des Kindes ist. Nur wenn wirklich alle davon überzeugt sind, dass genau diese Schule optimal ist, dann ist es auch wirklich die richtige Wahl.

Die Integration geht glücklicherweise zügig voran. Es dürfen dabei aber auch keine Kinder ausgegrenzt werden. Kinder in Sonderschulen sollen wirklich auch glücklich darüber sein, dass ihnen solch eine tolle Schule sehr gute Möglichkeiten für ihre Bedürfnisse bietet. Je mehr das in das Bewusstsein aller Menschen eindringt, desto mehr ist die Separation nur örtlich zu sehen. Es sollten dabei auch immer mehr Möglichkeiten gegeben werden, zeitweise im Regelschulbereich Erfahrungen zu sammeln. Bedeutet das viel Aufwand? Ich denke nein, eher die richtige Portion Engagement und Freude am Zusammensein mit anderen Menschen. Und die Kinder, die aus verschiedenen Gründen nicht die Möglichkeit haben, einzelne Tage in Regelschulen zu verbringen? Diese freuen sich oftmals über einen Besuch von, und das ist wichtig, vorurteilsfreien Kindern aus der Regelschule. Die Kinder an sich sind von Grund auf eher vorurteilsfrei. Die Eltern sollten ihnen das dann auch so vorleben. So kann sich eine integrative Gesellschaft bilden, die allen einen grossen Nutzen und viel Freude am Miteinander bringt.

Liebe Grüsse

Elwe
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Tina Tessy
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitrag von Tina Tessy » 5. Dezember 2016, 10:58

Hallo

Nun, ich habe den Eindruck, dass hier mehr auf Integration der Regelschule propagiert, statt guten Erfahrungsaustausch beider Seiten zu sehen.
Es wurde schon einiges geschrieben und ich möchte zu euren Kommentaren meine Meinung dazu geben.

An Daradin: Ich stimme dir zu, dass es auf den Behinderungsgrad ankommt. Besteht eine leichte, mittlere oder schwere Hilflosigkeit? Ja, ich finde solche Sachen müssen berücksichtigt werden.
Macht es Sinn, wenn mein Kind im Perzeptionsalter einer Zweijährigen ist zu Integrieren? (Und das ist ihr bester Entwicklungsstand gegenüber Sprechalter, Motorik, Sozialverhalten, etc.)
Doch sehe ich überhaupt nicht als Ausgrenzung und deshalb kann ich nicht nachvollziehen, dass du es ethisch nicht vertretbar findest.
Meine Frage an dich: Verwehren wir dem Kind die Bildung in einer Schule? Nein. Grenzen wir es aus mit anderen Kinder zu spielen und Erfahrungen zu machen? Nein. Berauben wir es auf irgendeine Weise ihre Integrität? Nein, finde ich nicht. Ist es herabwürdigend? Nein, denn ich gehe auf die Bedürfnisse meines Kindes ein.
Bei einem überdurchschnittlichem Intelligenten Menschen fördert man es, es darf in eine Begabtenschule. Spricht man da von Ausgrenzung? Nein. Und genauso sehe ich es bei Kindern mit Handicap.


An Elwe: Glaubst du wirklich, dass Integration ein Gewinn von Allen Seiten ist? Nun, es mag in deinem Fall vielleicht stimmen, aber es kann nicht verallgemeint werden. Ich glaube zudem nicht, dass es nur auf die Schule ankommt und auf den Lehrer. Du sagst "sie beobachten sie und richten sich nach ihren Bedürfnissen", nun gut, das ist wirklich schön für euch. Doch bei meiner Tochter braucht es eine 1 zu 1 Betreuung. In der Integration ist der HP nur 8 Stunden in der Woche da. Da fehlen die restlichen 16 Stunden. Da kann die Lehrerin nicht nach ihren Bedürfnissen richten ohne dabei die Bedürfnisse ihrer Mitschüler ausser acht zu lassen. Und da gebe ich dir Recht, dass manche Kinder in der Sonderschule sich besser entwickeln als in der Regelschule.
Bei uns ist der Stellenschlüssel 1:2, was sehr hoch ist. Im Kindergarten den wir unsere Tochter schicken werden, sind 7 Kinder und 4 Erwachsene! Da kann man auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen und gezielt fachmännisch fördern.

Wir reden über ein Thema, doch können wir nicht wirklich über das Selbe reden. Denn wir haben Alle eine andere Geschichte. Hat das Kind Downsyndrom, Angelman, Taubheit, Gehbehinderung, eine leicht beeinträchtigte Intelligenz, Authismus, ADHS, Entwicklungsrückstand, etc.

Seperation. Das ist kein negatives Wort. Das Ziel der Seperation ist es in einer Gruppe erfolgreich zu lernen und vorwärts zu kommen. Schauen wir die heutigen Regelklassen an. Eine Klasse von 24 Kinder ist nicht für jedes Kind gerecht. Leider wurden die meisten Kleinklassen abgeschafft. Ich kenne gewisse Gemeinden in der Ostschweiz, die die Kleinklassen wieder einführen. Ist das nun Seperation? Ja. Ist es Schlecht? Nein. Viele bekannten Pädagogen und Professoren urteilen unser Schulsystem.
Wird mein Kind nun zwangsweise ausgegrenzt wenn ich meine Tochter in die Sonderschule schicke? Ausgegrenzt wird nur der, den gegen seinen Willen irgendswohin gestellt wird.

Ich habe in meinem Bekanntenkreis meherere Mütter, die ihre Kinder in die Sonderschule schicken. Alle sprechen sehr positiv darüber, welche Erfahrungen ihre Kinder machen. Eine der Mütter erzählt, erst als ihr Kind in die Sonderschule kam, blühte sie richtig auf. Als ob sie sich vorher verleugnete und sich als schlechter ansah, obwohl alle sie sehr gut aufnahmen. Aber unter ihres Gleichen, konnte sie auch zeigen, dass sie gewisse Dinge besser konnte. Und dies stärkt das Selbstwertgefühl.

Ich kann noch nicht selber über die Sonderschule berichten, doch meine Tochter darf alle 4-6 Wochen für eine Woche in ein Intensiv-Therapieaufenthalt gehen. Kurz gesagt in ein Heim für eine Woche. Für mich geht es thematisch um das selbe.
Unsere Tochter besucht vor Ort die Spielgruppe. Ja, für das mussten sie zusätzlich eine Betreuerin anstellen. Ich glaube sie geht schon gerne hin. Und die Leiter machen es wirklich toll. ABER sie kann nunmal nicht das, was ALLE anderen Kinder können.
Doch wenn meine Tochter ins Heim geht, sie freut sich schon richtig. Sie fühlt sich wohl und ich sage euch, jedesmal wenn sie nach Hause kam konnte sie etwas mehr. Sie hat dort gelernt laufen, vom Teller zu essen, kleine Dinge, die vorher nicht konnte. Letztes Mal war ein kleiner Junge, ein Jahr jünger, und mit ihm konnte sie richtig Freundschaft schliessen. Mit ihm auf gleichem Niveau spielen. Ein Spielkameraden zu finden, mit dem sie spielen kann ist schwer.
Auch für mich ist es schön, denn es zerbricht mir oftmals mein Herz, wenn ich meine Schwester besuche und die mittlerweile 14 Monatige Nichte meine Tessy in allem überholt hat.

Liebe Orphan, es klingt als ob dein Kind in der Sonderschule ist. Mich würde es riesig freuen, positive Eindrücke von dir zu hören.
ganz liebe grüsse
tina
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Tina Tessy
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitrag von Tina Tessy » 5. Dezember 2016, 11:30

Nachtrag:

früher wüschte ich ebenfalls auf Integration. Zum einem habe ich einfach nicht gesehen (oder nicht sehen wollen) in welchem Entwicklunstrückstand meine Tochter ist. Vielleicht war ich wirklich noch in der Phase der Verleugnung oder in der Hoffnung, das plötzlich alles aufgeholt wird. Es waren Wünsche, die reiner egoistischen Natur sind. Ein Kind, welches "Normal" ist, kein Sonderfall, kämpferisch in der Regelklasse, sie wird es allen zeigen. Und eben solche Diskussionen zu vermeiden, wieso habt ihr es nicht versucht? Es war eine Mischung aus Angst, Scham und Unsicherheit.
Ich stehe zu meiner Tochter, doch stand ich nicht immer für ihre Zukunft. Was ist der richtige Weg für Sie? Ich wollte dies nicht schauen, sondern was war für mich das Beste. Es war mein Kopf der für die Regelklasse sprach, doch mein Herz durfte sich für die Sonderschule entscheiden. Akzeptieren, dass dieser DER WEG ist. Auch du Orphan sagst, es war klar wohin mein Kind gehen wird. Bei manchen Kinder ist es so.
Ich war unsicher und nun bin ich stark, aus Verleugnung sehe ich die Wahrheit und ich habe keine Angst, denn wie auch die Zukunft gestalten mag, ob meine Tochter jemals an eigenständigkeit erwirbt, mal eine Ausbildung absolviert, das lege ich in Gottes Händen und mache darüber keine Sorgen mehr. Ich stehe zu meiner Tochter und bin stolz auf sie.
ganz liebe grüsse
tina
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