Regelschule oder Sonderschule?

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elwe
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 3. September 2017, 21:07

Liebe Tina

Schön, dass es Tessy so gut geht und alles super passt. Geniesst die schöne Zeit. Du kannst wirklich sehr stolz sein auf deine Tessy.

Liebe Grüsse

Elwe
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 21. Oktober 2017, 08:59

Liebe Tina

Du hattest so schön über den Kindergartenbeginn deiner Tessy berichtet. Magst du gerne schreiben, wie schön sie es nun in den ersten Wochen bereits hatte? Ich schreibe ja selbst derzeit nichts über meine Kinder, war aber heute mal wieder im Forum, um zu schauen, was hier so diskutiert wird. Nun sah ich, dass dieses Unterforum seit meinem letzten Beitrag fast 2000 mal angeklickt wurde. Doch niemand getraut sich zu schreiben. Das ist schade, denn ein Forum "lebt" vom Austausch. Ich freue mich über schöne Nachrichten von dir und Tessy.

Liebe Grüsse

Elwe
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 11. November 2017, 14:23

Ein liebes Hallo an alle

Dieses Forum ist ein ganz tolles Forum. Es bietet betroffenen Familien, aber auch in weiterem Bezug involvierten Personen einen Einblick in die verschiedenen Themen rund um Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Es gibt Hilfestellung und Halt. Wann immer man möchte, kann man hier mitlesen und auch schreiben.

Vor 3 Wochen schrieb ich hier kurz einen kleinen Beitrag. Nun sehe ich, dass es seitdem wieder über 1000 Aufrufe in diesem Unterforum gab. Das zeigt, dass dieses Thema sehr aktuell ist.

Persönliche Dinge schreibe ich derzeit nicht, möchte aber doch dazu beitragen, den Austausch hier zu fördern. Aus diesem Grund stelle ich hier einfach einmal eine Frage in den Raum in der Hoffnung, dass hier nun ein intensiverer Austausch beginnt. Ein Austausch, der einander hilft. Ein Austausch, der wertvolle Inputs sowohl für die betroffenen Familien als auch für die verantwortlichen Entscheidungsträger bringt.

"Wie sieht die ideale Schule aus? Was ist wünschenswert an den Regelschulen, was ist wünschenswert an den Sonderschulen? Was macht eine erfolgreiche Integration aus? Wie sieht es im Bereich der Inklusion aus? Was wünschen die Familien, was brauchen die Kinder?"

In der offenen Beantwortung dieser grundsätzlichen Fragestellung kann so viel wertvolles Wissen ausgetauscht werden, kann so gut und intensiv über die jeweiligen Vorstellungen, Wünsche und Erwartungen diskutiert werden, so dass es für alle Seiten eine Bereicherung darstellt. Eine Bereicherung mit dem Ziel, dass alle davon profitieren.

Schaffen wir das gemeinsam? Ich hoffe es sehr und freue mich auf viele neue Beiträge zu diesem Thema, das doch so viele beschäftigt. Veränderung tritt ein, wenn Vertrauen geschaffen wird. Vertrauen, das zunächst die Überwindung von Hürden schaffen muss, um sich auf Augenhöhe miteinander in einen guten und wertschätzenden Dialog zu begeben. Somit können sich dann Veränderungen ergeben, die man vorher nicht für möglich hielt. Warum? Weil es einfach so schwierig scheint, vorschnell aufgebaute Vorurteile wieder abzubauen. Weil der einfachere Weg über "Ich möchte Recht behalten und werde mich nicht mit diesem Thema in der Art beschäftigen, dass es vielleicht doch verschiedene werthaltige Lösungswege gibt" eben auf den ersten Blick einfacher scheint. Damit ein Umdenken einsetzt lohnt es sich, sich mit Vorurteilen oder vorschnellen Entscheidungen doch intensiver auseinanderzusetzen. So ergibt sich ein wertvoller Austausch mit gewinnbringendem Lösungspotential für alle Seiten, vor allem für die Kinder.

Meine Bitte an alle lautet: Jeder Beitrag hier ist so wertvoll. Alle profitieren voneinander. Ich bin gespannt, wer sich hier nun aktiv im Forum beteiligt. Ich freue mich auf jeden einzelnen Beitrag.

Liebe Grüsse

Elwe
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Tina Tessy
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon Tina Tessy » 16. November 2017, 14:58

Liebe Elwe, liebe Leser/innen

Gerne berichte ich unser Alltag mit Tessy und dem Sonder- bzw. Heilpädagogischen Kindergarten.

Ich bin äusserst zufrieden und zweifle nie an unserer Entscheidung. Für uns ist dies genau der richtiger Weg.
Zu Begin war Tessy oftmals müde vom Kindergarten und schlief wieder öfters Mittagsschlaf. (sie kommt nach dem Mittagessen nach Hause).
Nun hat sie sich gut eingelebt und schläft nicht mehr am Tag ein.
Natürlich war es eine Umstellung. Vorhin hatte sie 1x in der Woche Spielgruppe (in einem ganz gewöhnlichen mit extra Betreuung für sie). Nun hat sie jeden Morgen Kindergarten. Die Einteilung durften wir mitbestimmen, so sind andere Kinder den ganzen Tag betreut.

Ich merke Fortschritte. Das Essen ist bei uns ein ewiges Thema, und doch isst sie vielfältiger. Bis zu den Sommerferien ass sie hauptächlich Brot, Cracker und hauptsache Trocken. Teigwaren ass sie nur Maccaronen und nur wenn ich sie in der Pfanne anbrannte, sodass sie wirklich ausgetrocknet waren. Nun isst sie zwischendurch auch mal Teigwaren mit Saucen, aber nur leicht anfeuchten. Die Teigwaren können sogar Spaghetti sein, was früher von der Konsistenz unmöglich war. An Fleisch isst sie ziemlich alles jetzt, Pouletbrust, Schnitzel, Geschnetzeltes (aber dies bitte ohne Sauce :wink: )
Ich hatte wirklich keine Geduld mehr mit dem Essen. Tessy ist bald 5 und irgendswann verliert man die Hoffnung. Doch dank dem hp-kindi ist mir viel geholfen, nur schon durch das Essen.

jede Woche gehen sie den Bauernhof besuchen, sie füttern Schweine, Hühner und streicheln die Tiere. Das finde ich eine tolle Sache.
Die Lehrerinnen sind sehr nett und man kann jederzeit nachfragen. Wie auch schon erwähnt, schreiben sie Tagebuch. Einen kurzen Eintrag (mit Pikto und Text) und noch mit Foto was sie heute gemacht haben.
Unser Kindergarten hat genügend Mitarbeiter, sodass wirklich kein Kind zu kurz kommt. Der Stellenschlüssel beträgt 1:2. Also bei 7 Kinder sind es 4 Betreuerinnen.

Mit Tessy würde es in der öffentlichen Regelkindergarten nicht funktionieren. Das weiss ich ganz genau.
Ich arbeite mit den Schulen zusammen und Begleite Kinder mit ADHS. Bei uns sind es 30% mit Verhaltensauffälligkeiten. Die wenigsten werden begleitet. Dazu kommt noch die hohe Anzahl an fremdsprachigen Kinder. Unsere Schule ist nur schon damit gefordert. Und ich glaube "die Schere" ist schon jetzt viel zu gross mit "gesunden" Kinder. Ein Kind mit besonderen Bedürfnissen wird zu kurz kommen. Das ist meine Persönliche Meinung und ist nicht generell anzusehen.
ganz liebe grüsse
tina
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 16. November 2017, 16:03

Liebe Tina

Schön, dass du so ausführlich von deinen Erfahrungen schreibst. Genau das ist es, was das Forum trägt. Erfahrungsberichte und persönliche Meinungen.

Es ist total schön, dass das schwierige Thema Essen so gut gebessert hat. Genau hier zeigt es sich, wie wichtig es ist, auf die besonderen Bedürfnisse einzugehen. In der Regelschule (bzw. Regelkindergarten) hätte sie nur einen normalen "Mittagstisch". Keine Betreuung in der Art, wie es deiner Tessy gut tut. Dank der hohen Anzahl an Betreuerinnen kann so sehr gut auf jedes einzelne Kind und deren Bedürfnisse eingegangen werden. Der regelmässige Besuch auf dem Bauernhof stellt eine grosse Bereicherung für die Kinder dar. Das kann ein Regelkindergarten nicht leisten. Der Kontakt mit den Tieren ist hier sehr wertvoll. Ich freue mich für dich und Tessy, dass ihr die ideale Lösung gefunden habt und so sehr zufrieden seid.

Ich hoffe nun, dass auch andere Familien mit ganz eigenen Erfahrungsberichten hier schildern, was sie als gut oder eben als verbesserungswürdig ansehen. Denn dein Bericht wird hier sicherlich so mancher Mutter oder manchem Vater die Augen öffnen, wie wertvoll solch eine tolle Schule (bzw. Kindergarten) ist, in die Tessy hier seit dem Sommer gehen darf.

Liebe Grüsse

Elwe
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 19. November 2017, 11:28

Ein liebes Hallo an alle

Wer mag, kann gerne einmal nähere Informationen zu "Inclusion Handicap" einholen. Es gibt so viel Interessantes und Wissenswertes zu diesem Thema. Und es ist schön, dass hier nun einiges in Bewegung gesetzt wird. Zu Gunsten aller. Denn nur wenn es gelingt, Mauern zu erklimmen und Brücken zu bauen, dann ist der Weg geebnet für eine Gesellschaft ohne Vorurteile. Eine Gesellschaft, in der alle Menschen den gleichen Wert haben dürfen. Egal, ob sie dem Standard 08/15 entsprechen oder eben in anderen Bereichen wertvolle Mitglieder der Gesellschaft sind.

Alle, wirklich alle, können etwas dazu beitragen, dies zu verwirklichen. Hinschauen statt wegschauen, akzeptieren statt ablehnen, miteinander statt gegeneinander. Das Ganze ist gar nicht so schwer. Wenn man es denn auch will. Einmal gewollt und versucht sieht man schnell, wie gut es einem auch selbst tut.

Liebe Grüsse

Elwe
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 29. November 2017, 14:43

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Es ist schön, dass dieses Unterforum so häufig angeklickt wird. Es ist schade, dass es aber so wenige Antworten gibt. Denn gerade der Austausch ist so wichtig, die Erfahrungen und Erlebnisse von anderen Familien. Es wäre doch langweilig, stets die selben Geschichten zu lesen, obwohl es doch so viele interessante Erlebnisse zu schildern gäbe. Obwohl es sicherlich so viele interessante Meldungen zu Schönem, aber auch Verbesserungswürdigem gäbe.

Ist es so schwierig, sich hier zu äussern? Es ist bleibt alles anonym. Und doch ist es so wertvoll, sich hier auszutauschen. Ich wünsche all denen, die sich gerne hier äussern möchten, sich aber derzeit aus welchem Grund auch immer nicht getrauen, den nötigen Mut zu fassen.

Falls es Fragen gibt, versuche ich gerne Antwort zu geben. Falls es wertvolle Hinweise gibt, profitieren so viele davon. Lassen wir uns überraschen, was nun kommt.

Liebe Grüsse

Elwe
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Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 7. Dezember 2017, 09:22

Ein liebes Hallo an alle interessierten Leserinnen und Leser

Es bleibt ruhig mit den Antworten. Doch viele lesen mit und warten dabei wohl auf Antworten und Meldungen.

Ich spüre, dass es wirklich schwierig scheint, sich hier in diesem Bereich zu äussern. Aus diesem Grund möchte ich mit der folgenden Fragestellung dazu animieren, vielleicht doch die persönliche Sichtweise zu schildern. Denn nun geht es um ein Thema, das sicherlich vielen Eltern und Kindern ein Begriff ist.

Es geht um das Thema Klassenzusammenhalt, Klassengemeinschaft, Einbezug und Ausgrenzung. Ein immer wieder aktuelles Thema. Warum ich das hier schreibe? Wir schreiben hier über das Thema Regelschule oder Sonderschule. Was passiert, wenn es nun für einzelne Schüler in einer Klasse schwierig wird aufgrund des Verhaltens anderer Schüler? Wenn Schüler auf dem Weg zu Schule Erfahrungen machen müssen, die den Schulweg schwieriger gestalten, wo doch der Schulweg so wertvoll ist? Wenn aus einer harmlosen Schneeballschlacht ein "Einseifen" des Schülers mit Schnee in einer Art passiert, die demütigend und schmerzhaft ist. Wenn einzelnen Schülern Worte hinterhergerufen werden, die die betreffenden Schüler von irgendwoher aufgeschnappt haben. Manchmal wissen sie gar nicht um die Bedeutung der Worte, doch sie merken schnell, dass diese Worte weh tun. Wenn sich das Ganze dann auch noch in den Bereich der Schule hineinzieht?

Auch hier gibt es im Sonderschulbereich Lösungen. Doch ist es nun schwierig. Sollte der Schüler separiert werden, der es scheinbar nicht einfach in der Klasse hat? Nicht einfach aus dem Grund, da er eben so manche Demütigung und Hänselei erleben muss? Oder derjenige Schüler, der über diese Demütigung oder Hänselei einen Status des "Stärkeren" erlangt, dem sich viele andere Schüler einfach anschliessen, weil es die einfachere Wahl ist? Die Variante, die einen selbst in Ruhe lässt?

Viele haben solche Situationen sicherlich schon einmal erlebt. Und wie verhält man sich dann? Getraut man sich, für andere einzustehen? Oder schaut man lieber weg? Was ist die Konsequenz?

Ist ein Schüler, der unter "Hänseleien" leidet, tatsächlich an einer Sonderschule für Kinder mit "Schwierigkeiten im Verhaltensbereich" gut aufgehoben? Macht man hier nicht genau das, was absolut nicht richtig ist? Der "Täter" wird gestärkt und das "Opfer" geschwächt.

Es wäre nun schön, wenn es hier Berichte darüber gäbe, was in solchen Situationen bereits hilfreich war. Berichte von Eltern im Rahmen eines Austausches. Es gibt inzwischen so viele tolle Lösungsmöglichkeiten, hier allen Schülern zu helfen. Allen - das bedeutet hier konkret auch den Einbezug der "vermeintlich Stärkeren", aus welchem Grund auch immer.

Ich habe hier bewusst das Wort "Mobbing" nicht mit erwähnt. Zu sehr ist dieses zu pauschal und zu oft gebraucht worden. Nehmen wir stattdessen das Wort "positiver Zusammenhalt". Wenn dieser an den Schulen verstärkt umgesetzt wird, dann kann es auch hier sehr positive Veränderungen geben. Die Sonderschulen für den Bereich "Verhalten" wird es immer geben, doch wäre es schön, wenn gerade die Schülerinnen und Schüler hier positiv begleitet werden, die anderen "verbal oder auch körperlich weh tun". Und nicht diejenigen, denen "wehgetan" wird.

Schauen wir nun gemeinsam, ob es nun zu einer Diskussion kommt. Falls ja, wäre das toll und hilfreich.

Liebe Grüsse

Elwe

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