Regelschule oder Sonderschule?

Hier könnt ihr Fragen zu den verschiedensten Bereichen, die Kinder mit Behinderungen betreffen, stellen. Einfach klicken, und los gehts :-)
Weiters freuen wir uns über Beiträge mit hilfreichen Tipps!
elwe
Beiträge: 60
Registriert: 8. Dezember 2015, 20:14

Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 12. Mai 2017, 18:40

Hallo Orphan

Das tut mir sehr leid, dass deine Tochter hier so leiden muss. Vielleicht kannst du jemanden aus der Schulsozialarbeit einschalten? Dann muss bzw. sollte reagiert werden. Die anderen Eltern? Ja, solange ihre Kinder nicht betroffen sind, hast du hierin meist keine Unterstützung. Im Gegenteil. Während der Zeit des Mobbings gegen ein anderes Kind bleiben ihre Kinder "verschont". Dass hier keiner deine Belastung sehen will, finde ich schlimm. Statt "die Treppe runterschubsen" kenne ich auch "auf die Strasse schubsen mit den Worten, man hoffe, das Kind werde überfahren". Warum handeln Kinder so? Weil sie eigenen Frust abbauen. Dann ist es aber höchste Zeit, wenn sich die Eltern der mobbenden Kinder eingestehen, dass gerade bei ihnen etwas falsch läuft. Hundeleckerli geben? Da läuft dann aber gehörig etwas falsch. Falls du die Möglichkeit hast, hier Hilfe zu holen, dann nutze diese Möglichkeit. Denn deine Tochter leidet sicher sehr unter der Situation und da kommt jede Hilfe sicher recht. Dann können auch die Lehrer nicht mehr so tun, als wüssten sie von nichts. Sobald "die anderen" sehen, dass man aktiv wird, wird es oft besser. Das Ganze kann sich aber leider auch in die Länge ziehen. Viel Mut und Erfolg!

Liebe Grüsse

Elwe
elwe
Beiträge: 60
Registriert: 8. Dezember 2015, 20:14

Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 15. Mai 2017, 23:35

Hallo Orphan

Kennst du das auch? Dass Entscheide in der Zukunft getroffen werden sollen, du aber schon vorher mitbekommst, wie entschieden wird? Und das auch bereits vor der eigentlichen Entscheidung in Umlauf geht? Dass dir das Ganze schwarz auf weiss bestätigt wird, obwohl es den Entscheid noch gar nicht gibt? Dass dir bei Anfragen "die Unwahrheit" erzählt wird? Eine Entscheidung nach ganz kurzer Zeit getroffen wird, obwohl dies rechtlich gar nicht zulässig ist?

Wie kann man bereits vor einer Sitzung etwas in Umlauf bringen, was erst an der Sitzung entschieden wird? Gutes Zeitmanagement oder bewusste Anordnung, welche bereits vor über 2 Monaten beschlossen wurde, ohne dem Kind überhaupt Zeit und Raum zu geben? Vertrauen in die Fähigkeiten des Kindes zu entwickeln? Das Positive zulassen und erkennen?

Vielleicht beantwortet dir das ein paar von deinen Fragezeichen, die noch vorhanden sind.

Aufgrund der "Rechtsunsicherheit" darf ich dir hier nicht mehr schreiben, doch ich setze mich nach wie vor für das Recht und die Kinder ein. Zugunsten einer Gesellschaft, in der alle glücklich sein dürfen und sich gegenseitig Wertschätzung entgegenbringen. Auch wenn ich sehr enttäuscht wurde, meinen Optimismus lasse ich mir nicht nehmen. Die, denen ich vertraute, möchte ich auch weiterhin vertrauen können. Doch zunächst muss geklärt werden, wie das alles kam und wer es auslöste. Manchmal braucht es nur wenige, um viel zu bewirken. Dies leider im negativen Sinne. Doch man kann es auch im positiven Sinne sehen. Mit wenig Aufwand viel erreichen, das probiere ich nun aus. Es ist nur wichtig dabei, die richtigen Personen mit ins Boot zu nehmen. Es gibt einige, die mich nun unterstützen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Liebe Grüsse

Elwe
Benutzeravatar
orphan
Beiträge: 425
Registriert: 28. Juli 2008, 22:11

Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon orphan » 16. Mai 2017, 11:33

Ja, irgendwie kenne ich auch das Gefühl. Unser Sohn war bis 5 Jahre eigentlich "normal" - wild und entwicklungsverzögert aber ansonsten unterschied er sich nicht extrem stark von anderen Kindern. Die Diagnose bekamen wir mit 4 1/2 Jahren. Damals war er gerade in der Spielgruppe. In meiner Vorstellung sollte er Spielgruppe sowie Kindergarten hier bei uns im Wohnort geniessen. Möglichst normal und unbeschwert mit den anderen Kindern. Aber aufgrund seiner Diagnose hat man in direkt ausgeschlossen. Von heute auf morgen - während laufendem Spielgruppenjahr - durfte er nicht mehr gehen.
Man gab uns keine Chance, sich an den Gedanken zu gewöhnen, ein schwer mehrfachbehindertes Kind zu haben. Man gab meinem Sohn keine Chance, die wenigen Monate, die ihm vor dem Abbau seiner Fähigkeiten blieben, unbeschwert zu geniessen.
Für die Schule war von Anfang an klar, dass er nicht hier bei uns in die Schule durfte. Für ein "solches" Kind kommt nur die Sonderschule in Frage.

Schön, dass du Unterstützung gefunden hast für dein Problem und ich wünsche dir viel Erfolg, dass du erreichst, was du für deine Tochter erreichen willst.
Eine schöne Zeit wünscht
orphan
.
Sohn 2004 (MPS IIIa) / Sohn 2005 / Tochter 2010
Stell' dich täglich dem Wind, dann trotzt du dem Sturm. Bild Geh' lachend durch den Regen, und du überwindest die Flut.
elwe
Beiträge: 60
Registriert: 8. Dezember 2015, 20:14

Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 16. Mai 2017, 13:39

Hallo Orphan

Ich finde das schlimm, dass es deinem Sohn nicht vergönnt war, diese wichtigen Monate unbeschwert geniessen zu dürfen. Ich glaube, von daher haben viele Angst vor Diagnosestellungen. Wenn es erst einmal auf dem Papier steht, dann ist das "Urteil" schon gefällt.

Bei meiner Tochter ist es irgendwie andersrum. Es stand eine Diagnose im Raum und ich hatte Angst, diese durch eine Untersuchung bestätigt zu bekommen. Nach vielen Verschiebungen gab es dann einen Termin bei einer wirklich sehr guten und freundlichen Schulpsychologin. Bereits beim ersten Kennenlernen spürte ich, dass nun die richtige Zeit ist für den Untersuch gekommen ist. Hätte sich der Verdacht bestätigt, wäre ich hier bei dieser Schulpsychologin sehr gut aufgehoben gewesen. Doch nun? Das Ergebnis war viel besser als erwartet, eigentlich so, wie ich es immer gehofft und auch geglaubt sowie gespürt hatte. Von daher kam auch mein Optimismus beim Schreiben.

Dass man aber nun tatsächlich etwas in die Wege leitet, was hier gar nicht hinpasst, ist dann schon schwierig. Man spürt einfach die unterschiedlichen Ansichten. Eben, so wie du schreibst, es den Kindern nicht vergönnen, eine schöne Zeit zu haben, ist nicht so einfach hinnehmbar. Meine Tochter könnte es nun schön haben, aber leider werden ihr Steine in den Weg gelegt. Wie soll ein Kind Zutrauen fassen, wenn man ihm nichts zutraut? Meine Tochter würde gerne zeigen, was sie kann. Wenn man sie nun daran hindert, sieht man die Fortschritte nicht. Das ist das was ich mit "Recht haben - Recht behalten" meine.

Ich hoffe, deinem Sohn wird seine Zeit so schön als möglich gestaltet. Falls du auch an die Dream Night kommst: Meine Tochter steht am Eingang und verteilt mit Bea Herzchen. Ich selbst helfe an anderer Stelle aus, komme dann aber auch in den Zoo.

Liebe Grüsse

Elwe
elwe
Beiträge: 60
Registriert: 8. Dezember 2015, 20:14

Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 28. Mai 2017, 22:03

Hallo miteinander

Morgen beginnt eine neue Woche. Eine Woche voller Überraschungen? Eine Woche voller wertvoller Begegnungen?

Das Highlight wird sicher die Dream Night in Gossau sein. Im vergangenen Jahr sah ich so viele glückliche Gesichter. Trotz des eher schlechten Wetters schien in den Herzen der vielen Kinder die Sonne. Auch in diesem Jahr werden hier wieder viele Familien glücklich gemacht. Ein grosser Dank an Bea und all die Organisatorinnen und Organisatoren.

An diesem Abend stehen die "besonderen" Kinder im Mittelpunkt, auch deren Geschwister und deren Eltern. Auch im täglichen Leben sollte immer mehr das "menschliche" in den Vordergrund rücken. Das Miteinander und Füreinander, nicht das Wegschauen, sondern das freundliche Lächeln beim Begegnen.

Anlässlich der Hauptversammlung eines Vereins, der für eine ganz tolle Sonderschule tätig ist, sah ich auch viele glückliche Gesichter. Der Anlass? Eine ansässige Bank hatte eine Aktion gestartet, in der sie ihren Kunden die Möglichkeit verschaffte, kleine Präsente zu spenden zu Gunsten der Kinder in der Sonderschule. Was geschah? Die Aktion in der Vorweihnachtszeit fand einen sehr guten Anklang. Ein riesiger Tisch mit all den Präsenten brachte jedes einzelne Kind zum Lächeln. Mit Freude nahmen sie ihre Geschenke entgegen. Ich bin mir sicher, jeder einzelne Kunde in der Bank hatte bereits beim Spenden ein gutes Gefühl. Doch hätte er dann auch miterlebt, wie diese Aktion Wirkung zeigte bei den Kindern, ich glaube, dann wäre der Grundstein gelegt, immer wieder gerne zu spenden, auch wenn es einmal keine Aktion in der Bank gibt.

Durch Spenden und ehrenamtliches Engagement kann in diesem Bereich so viel Positives bewirkt werden. Und dabei auch mehr Verständnis geweckt werden. Warum wegschauen, wenn jemand ein bisschen anders ist. Hinschauen, lächeln, das kann so viel Gutes auslösen. Und zwar bei allen Beteiligten.

Im Juli startet wieder das Summercamp in Arbon. Wir sind diesmal nur als "Gast" dabei, bringen aber gerne wieder all unsere Materialen mit, die den anderen Kindern Unterstützung geben können. Meine Tochter hat sich ein paar nette kleine Überraschungen ausgedacht für die Kinder, mit denen sie im vergangenen Jahr solch eine schöne Zeit verbringen durfte. Es sind wertvolle Zeiten mit wertvollen Menschen. Kein Streben nach "Irgendwas", sondern das Geniessen der gemeinsamen Zeit.

Schauen wir alle, was die neue Woche bringt. Etwas Positives ist sicher für jeden dabei.

Liebe Grüsse

Elwe
elwe
Beiträge: 60
Registriert: 8. Dezember 2015, 20:14

Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 31. Mai 2017, 13:08

Ein liebes Hallo an alle Mitleserinnen und Mitleser

Manchmal gibt es das leider: Man vertraut einem Menschen sehr und wird dann genau von diesem enttäuscht. Man hinterfragt dies und findet eine Antwort, die einem noch mehr Enttäuschung bereitet. Dann gibt es Momente, in denen sich Hindernisse auftürmen, die kaum überwindbar erscheinen. Beides gleichzeitig kann sehr belastend sein.

Doch plötzlich gibt es Hilfe und Unterstützung von komplett unerwarteter Seite. Kaum zu glauben. Und doch Realität. Glücklicherweise.

Es gibt feinfühlige Menschen, die nun plötzlich sagen, all das Negative, was passiert, bringt dem Leben dann doch noch Positives. Einen neue Berufung, neue Freunde, und zwar richtige Freunde, eine komplett neue Sichtweise auf so viele Dinge im Leben.

Warum ich das hier in diesem Forum schreibe? Ich habe in der letzten Zeit viele wertvolle Kontakte knüpfen dürfen. Dabei habe ich Menschen kennenlernen dürfen, die ich wohl ohne vorherige "Probleme" nie kennengelernt hätte. Die Erfahrungen, die ich im Sonderschulbereich machen durfte, die Einblicke, die ich in den Time-Out-Bereich nehmen durfte, die vielen Gespräche und Diskussionen. Im Grunde genommen ist es genau das, was das Leben bereichert.

Ich schätze sehr das Engagement von Familien, die Kinder mit "besonderen Bedürfnissen" als Pflegekinder eine Zeitlang begleiten. Therapeuten, die sich wirklich voll und ganz auf das Kind einlassen und dabei ihrer Meinung treu bleiben. Sich für das Kind wirklich einsetzen und Genehmigungen erwirken und nicht plötzlich eine andere, dem Kind nicht dienliche Sichtweise, einnehmen. Aus welchem Grund auch immer.

Es ist immer schwerer, gegen den Strom zu schwimmen. Wenn man es dann aber geschafft hat und das Kind davon profitiert von diesem Einsatz, dann geht es allen wieder gut. Zumindest denen, denen schon immer das Wohl und die Wertschätzung wichtig waren.

Wo kann man nun unterstützend ansetzen, so dass anstelle von Streichungen Genehmigungen erfolgen. Gerade dort, wo die Genehmigung so viel Gutes bewirkt. Wie kann die Gesprächsbereitschaft auf allen Ebenen wieder in Gang kommen. Zugunsten der Kinder. Auch wenn dies bedeuten kann, dass ein bereits vorgesehener Platz im Rahmen der Separation nun doch nicht gebraucht wird zu Gunsten der Integration. Wäre es hier nicht besonders schön, wenn die "eingesparten Gelder" für Genehmigungen von anderen Kindern verwendet werden. Wenn sich wirklich alle Beteiligten stets auf die optimale Förderung konzentrieren dürfen, dann braucht es auch keine zeitraubenden Gespräche. Denn dann verstehen sich alle Beteiligten auch ohne Worte.

In diesem Sinne wünsche ich allen verantwortlichen Personen an den Sonderschulen und den Regelschulen, dass stets zu Gunsten der betroffenen Kinder entschieden wird. Unabhängig davon, ob die "Chemie" zwischen einzelnen Personen perfekt stimmt oder eben nicht. Denn es geht um die Kinder, jetzt und auch in Zukunft.

Liebe Grüsse

Elwe
elwe
Beiträge: 60
Registriert: 8. Dezember 2015, 20:14

Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 3. Juni 2017, 20:40

Hallo zusammen

Die Dream Night 2017 ist vorbei. Ein wirklich gelungener Anlass. Selbst der anfängliche Regen hielt die zahlreichen Besucherinnen und Besucher nicht davon ab, nach Gossau zu kommen. Aufgeregte Gesichter, lachende Kinder, glückliche Menschen, die sich auf den Anlass gefreut hatten und diesen geniessen durften.

Meine Tochter durfte einen Blindenstock ausprobieren. Es war spannend für sie, sich hier einzufühlen, wie es für blinde Menschen ist, mithilfe eines Blindenstocks den Weg zu erspüren. Ich spürte, wie sie sich hierin wirklich gut einfühlte und bereits ab diesem Moment wieder viel an Lebenserfahrung gewonnen hat. Umso dankbarer ist sie, dass sie gut sehen kann und nur eine "leichte Brille" trägt.

Alles war so entspannt. Familien mit Kindern, die sonst wohl eher nicht Ausflüge in den Zoo in dieser Art geniessen können aufgrund der Blicke von "Menschen ohne direktem Bezug zu Menschen mit besonderen Bedürfnisse", durften hier gemeinsam einen entspannten Ausflug geniessen. Alle wirkten so freundlich zueinander, so als ob die Familien ein unsichtbares Band verbindet.

Ehrenamtliche Helfer machten diesen Anlass zum einem wirklich schönen Abenderlebnis. Zum Schluss gab es dann noch für jede Familie ein hochwertiges Memory als Geschenk. Vielen Dank an die Lions Club Mitglieder, die hier sehr dazu beigetragen haben, die Familien glücklich zu machen.

Bestimmt konnten auch wertvolle Kontakte geknüpft werden. Kontakte zwischen Familien, in den ein oder mehrere Kinder ähnliche "Besonderheiten" haben. Die einander oft ohne Worte verstehen und bei denen die Geschwisterkinder einen offenen Zugang im Umgang mit "Besonderheiten" haben.

Warum schreibe ich dies im Forum "Regelschule oder Sonderschule"? Weil ich gemerkt habe, dass ich hier viele Mitleserinnen und Mitleser ansprechen kann. Weil ich mir dadurch verspreche, dass es nach und nach zu einem Umdenken kommt. Zu einem anderen Umgang miteinander. Zum "offen sein" für Besonderheiten im Sinne einer integrativen Gesellschaft. Losgelöst von der Schulzeit, die ja nur einen Teil des Lebensweges ausmacht. Und dabei aber auch stets aufzuzeigen, dass eine schulische Integration dort, wo es für die Kinder "passend, förderlich und wünschenswert" ist, eben auch einfacher den weiteren Weg in die Integration in die Gesellschaft ebnet.

Alle Mitleserinnen und Mitleser, die rein aus Interesse oder aus beruflichen Gründen mitlesen, möchte ich auf diesem Weg bitten, ein bisschen dazu beizutragen, diese Integration in den Köpfen und Herzen aller ein stückweit nach vorne zu bringen. Einfach, weil es so schön ist und so viel Gutes bewirkt.

Liebe Grüsse

Elwe
elwe
Beiträge: 60
Registriert: 8. Dezember 2015, 20:14

Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 8. Juni 2017, 15:01

Ein liebes Hallo an alle

Manchmal passieren Dinge und man fragt sich "warum". Und dann kommt man zu der Erkenntnis, dass eben nicht immer alles geradlinig verläuft im Leben. Dass es plötzlich eine Abzweigung gibt ohne Alternative. Der bequeme einfache Weg verlassen sein muss und neue Erfahrungen auf einen warten.

Ein liebe Freundin von mir bekam ein weiteres Kind. Ungeplant und unerwartet. Doch sofort spürte sie eine grosse Liebe zu ihrem Kind. Sie spürte auch, dass da "etwas anders ist" als bei ihren anderen Kindern in der Schwangerschaft. Und doch: Sorglos verlebte sie die schönen Schwangerschaftsmonate. Als das Kind zur Welt kam, sah sie sofort, dass es "ein besonderes Kind" ist. Und nahm es mit all seinen "Besonderheiten" in ihr Herz auf. Seitdem ist nicht nur ihr Leben und das ihrer Familie um dieses tolle Kind "reicher" geworden. Nein, sie versteht es auch sehr gut, anderen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Verständnis zu wecken. Aufzuzeigen, dass das Leben mit ihrem Kind wirklich schön ist.

In welche Schule ihr Kind einmal gehen wird, weiss sie noch nicht. Sie geniesst jeden Tag und weiss, dass auch jeder Tag von ihrem Kind genossen wird. Auch hier findet sich die richtige Schule. Möglichst wohnortnah wäre super, da dann das Kind noch mehr Mutterliebe geniessen darf und nicht allzu lange von zu Hause fort ist. Ich wünsche diesem Kind und natürlich auch allen anderen Kindern Lehrpersonen, die die Kinder in all ihren "Besonderheiten" bestmöglich und liebevoll fördern. Dann ist die Schulart an sich auch gar nicht im Fokus. Dort, wo es dem Kind am Besten geht, dort, wo der Fokus der Kommunikation auf dem Kind liegt, dort ist der richtige Ort. Wenn der Austausch mit den Eltern diesen zeigt, dass dem Kind die bestmögliche Förderung zu Gute kommt, dann profitieren alle. Oder einfach gesagt: "Wenn Kommunikation gelingt, gedeiht auch das Kind".

In diesem Sinne wünsche ich allen eine gelungene Kommunikation. Auch die schwierigsten Gespräche können sich im Verlauf zu sehr guten und förderlichen Gesprächen entwickeln. Es müssen es nur alle auch wirklich wollen. Es lohnt sich, dies einmal auszuprobieren.

Liebe Grüsse

Elwe
Benutzeravatar
orphan
Beiträge: 425
Registriert: 28. Juli 2008, 22:11

Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon orphan » 8. Juni 2017, 15:43

Deine Beiträge werden immer verwirrender ... langsam klingen sie für mich so, als wären wir alle auf dem falschen Dampfer und würden alles falsch sehen ... irgendwann hast du angefangen eine rosarote Brille zu tragen und willst sie uns nun ebenfalls anziehen. Du klingst schon fast so, wie eine Frau aus meiner Nachbarschaft, die überzeugt ist, dass sich behinderte Kinder die Behinderung ausgesucht haben und auf Erden genau diese Erfahrung machen wollten! Eine absurdere Theorie habe ich noch nie gehört ... deine letzten Beiträge hier gehören für mich in die gleiche Kategorie ...

Ich werde niemals eine rosarote Brille anziehen. Mit Schönreden löst man keine Probleme.
Eine schöne Zeit wünscht
orphan
.
Sohn 2004 (MPS IIIa) / Sohn 2005 / Tochter 2010
Stell' dich täglich dem Wind, dann trotzt du dem Sturm. Bild Geh' lachend durch den Regen, und du überwindest die Flut.
elwe
Beiträge: 60
Registriert: 8. Dezember 2015, 20:14

Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 8. Juni 2017, 17:13

Hallo Orphan

Bitte entschuldige, wenn ich dich mit meinen Beiträgen in dieser Art negativ berührt habe. Das war sicher nicht meine Absicht.

Es ist immer schwierig, sich mit Behinderungen auseinanderzusetzen. Stets im Wissen, dass es auch einfacher ginge. Irgendwie "normaler", so wie bei "den anderen". Ich ziehe mir keine rosarote Brille an, da ich im Jetzt lebe und jeden Tag mit dem Alltäglichen konfrontiert werde, was nicht immer einfach ist. Auch will ich sicher niemand anderem einen rosarote Brille aufsetzen. Ich möchte einfach ein bisschen Mut machen, auch wenn ich weiss, dass dies nicht bei allen ankommen kann aufgrund der Erkrankung oder Behinderung des Kindes. Denn Worte machen Kinder leider in der Art nicht "gesund".

Den letzten Beitrag schrieb ich losgelöst von den anderen. Es ist einfach meine Wahrnehmung zu einer Situation im Freundeskreis. Und hier sah ich wirklich, dass sich das Leben meiner Freundin in der Art veränderte, dass sie diese neue Situation annahm und es zu Veränderungen in der beschriebenen Art kam. Doch ist es stets etwas anderes, wenn die Diagnose eine Diagnose ist, die sich so stark auf das Leben des Kindes und dessen Familie auswirkt, dass es wirklich sehr schwierig ist, diese Situation so anzunehmen. Ich habe grossen Respekt vor all dem, was du leistest und wünsche dir dabei, dass es in deinem Umfeld Hilfe und Unterstützung gibt.

Die Theorie, die du beschreibst, zeigt klar auf, dass es immer noch sehr viel Unverständnis gibt. Kein Kind sucht sich eine Behinderung aus. Doch es gibt immer noch viele Menschen, die Kinder mit Behinderungen von vornherein ablehnen. Mein Freundin hat sich bewusst für ihr Kind entschieden und auf sämtliche Tests verzichtet.

Ich habe selbst ein Kind zur Welt gebracht, welches die Diagnose "mehrfach schwerstbehindert" erhielt. Dies kurz nach der Geburt. Nach wenigen Tagen riefen "wohlmeinende Freunde" an und sagten wortwörtlich: "Gib den bloss schnell in ein Heim, sonst gewöhnst du dich noch an den." Mein Kind hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen Namen, diesen wussten die genannten "Freunde". Doch das Telefonat verlief so was von nüchtern, dass mir die Worte fehlten. Meinem Kind geht es heute gut, auch Ärzte können sich irren. Niemand weiss so früh so genau, wie sich die Kinder entwickeln. Ausser es ist wirklich extrem schwierig. Und wenn ich das hier nun schreibe, gibt es sicher auch Eltern die sagen: "Warum schreibt die das denn hier, wenn es ihrem Kind doch heute gut geht?"

Ich versuche mit meinen Beiträgen, die Integration ein bisschen zu fördern. Das Verständnis zueinander. Das, was ich über die Dream Night schrieb, empfand ich wirklich so. Es war ein ganz toller Anlass für ganz tolle Familien. Und wenn ich auch selbst in letzter Zeit sehr enttäuscht wurde und nach Lösungen suchen musste, möchte ich, dass das Positive in den Beiträgen überwiegt.

Liebe Grüsse

Elwe
Benutzeravatar
Tina Tessy
Beiträge: 28
Registriert: 21. August 2015, 12:15

Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon Tina Tessy » 10. Juni 2017, 00:48

Liebe Elwe

Ich finde es schön zu hören mit welch elan fu dich für das Thema eingibst. Doch verstehe ich Orphans Unmutsäußerungen. Ich möchte dir jetzt nicht zu Nahe treten. Wenn du darüber berichten möchtest wie gut die Integration bei deinem Kind läuft, dann finde ich das auch erwähnenswert und beachtlich. Aber eine Pro-Parole für Integration pauschal hinauszuposaunen (sorry, für mich kommt es so rüber) kann sauer aufstossen.
Wir können bei diesem Thema nicht verallgemeinern.
Ein Kind mit AVWS kann man nicht mit CP, Microcephalie oder MPS vergleichen. Deshalb empfinde ich eine Pro-Parole nicht sinnvoll. Das ist für manche keine Ermutigung und wirkt deshalb als verzerrte Vorstellung.
Wenn du über deine eigenen Erfahrungen berichten möchtest, dann empfinde ich das sehr schön. Wir teilen gerne mit dir positive ermutigende Erlebnisse.
ganz liebe grüsse
tina
elwe
Beiträge: 60
Registriert: 8. Dezember 2015, 20:14

Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon elwe » 10. Juni 2017, 06:07

Liebe Tina

Vielen Dank für deine Zeilen. Es zeigt mir, dass es eben doch schwieriger ist, sich in einem Forum auszutauschen als in der Realität.

Mit ging es hier nicht um eine Pro-Parole für Integration in der Art. Mir ging es um ein Umdenken generell, um ein Akzeptieren der "Besonderheiten", um ein "Sich-Annähern", auch wenn es vielleicht Hemmschwellen gibt.

Über meine eigenen weiteren Erfahrungen werde ich hier in diesem Forum aber nicht weiter berichten. Denn wir gehen einen Weg, der nun auch wieder nicht für jeden so machbar ist. Und damit könnten wir dann auch wieder so manchen Leser bzw. so manche Leserin irritieren. Und das möchte ich sicher nicht.

Ich wünsche deiner Tochter Tessy einen ganz tollen Start im Kindergarten.

Liebe Grüsse

Elwe
Benutzeravatar
Tina Tessy
Beiträge: 28
Registriert: 21. August 2015, 12:15

Re: Regelschule oder Sonderschule?

Beitragvon Tina Tessy » 10. Juni 2017, 07:17

liebe Elwe

Ich finde es schade, wenn du über die weitere eigenen Erfahrungen nicht berichtest. Wenn du etwas Erlebtes konkret berichtest, sei es um deine Weiterbildung in AVWS oder mit deinem Kind ist das schön.
Das Forum ist offen für alle Besonderheiten. Wenn du erzählen möchtest, wie gut dein Kind integriert wird, dann werde ich mich für dich freuen.
Ja, das Geschriebene ist schwerer zu Verstehen als das Ausgesprochene. Doch dein Ziel ist es "sich annähern" und akzeptieren der Besonderheiten und so soll es doch auch im Forum bleiben.

Gerne möchte ich ein konkretes Beispiel von Tessy erzählen.
Tessy besuchte das letzte Schuljahr die Spielgruppe. Es ist eine ganz gewöhnliche Spielgruppe, doch die Leiterin ist sehr offen für Kinder mit Besonderheiten und engagierte eine zusätzliche Leiterin für Tessy.
Ein Junge kümmerte sich ganz liebevoll um Tessy (dieser hat in der Verwandtschaft ebenfalls ein Kind mit Besonderheiten). Einmal spielten sogar mehrer Kinder mit ihr, als sie im Sandkaten spielten. Mir wurde gesagt, dass Tessy mit ihrer Hand die Lastwagen der anderen Kinder mit Sand füllte und diese dann zur "Baustelle " abluden und Tessy wieder neu befüllte.
Ich bezweifle sehr, dass Tessy das Spiel verstand, doch war es schön zu hören wie sie zusammen etwas erlebt haben.
ganz liebe grüsse
tina

Zurück zu „Kinder mit Behinderungen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste