Wie Abschiednehmen statt Beerdigung

In diesem Thema könnt ihr über verstorbene Kinder diskutieren.(Geborene und Ungeborene). Seis als Eltern oder Angehörige.
Andrea mit Roman
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Wie Abschiednehmen statt Beerdigung

Beitragvon Andrea mit Roman » 10. Mai 2016, 18:22

Hallo
mein Thema passt nicht genau hierher, hat aber auch mit Sterben zu tun:
Ich bin auf der Suche nach Anregungen von euch:
Meine Tante ist mit 86 Jahren verstorben, sie hat sich gewünscht, dass keine Bestattung stattfindet und ihre Asche im See verstreut wird . Sie wohnte weit weg von uns, doch erst vor einem Monat hatte ich sie mit Roman ( fast 16, J., Down-Syndrom und schwer geistig behindert auf Entwicklungsniveau eines ca. 4 Jahre alten Kindes) besucht und er kann sich gut an sie erinnern und hatte schon wieder gesagt: Anna besuchen.

Ich habe ihm noch nicht gesagt, dass sie gestorben ist. Will es dann tun, wenn ich weiss, wann und wie wir das Abschiednehmen organisieren. Das habe ich auch gut so machen können, da ich jetzt nicht fassungslos und sehr traurig durch ihren Tod bin, es ist schön, dass er gekommen ist auf diese gute Art. Sie ist körperlich immer schwächer geworden und da er willkommen war nach 20 Jahren psychiatrischer Krankheit und sie nur 1 Tag im Krankenhaus verbracht hat.

Nun möchte ich mit meinen Brüdern doch ein gemeinsames Abschiednehmen organisieren (wir sind 3 Geschwister mit 7 Kindern von 10-18 Jahren), damit auch unsere Kinder den Tod von Anna mit einem Ritual verbinden können.
Ich finde es aber ziemlich schwierig, auch wegen Roman. Das Asche Verstreuen möchte ich nicht mit ihm machen, da er das nicht versteht, er weiss nicht, dass Verstorbene kKremiert werden. Dass ein Mensch verbrennt wird, kann er sich nicht vorstellen.
Wir sehen nie meine beiden Brüder mit Familien gleichzeitig, da sie 3 Std. weit weg wohnen und sehen sie selten und Roman mag sehr gerne Besuch. Wenn sie alle zu uns heimkommen, ist das ein Fest für ihn, das verbindet er dann nicht mit dem Tod von Anna. Zudem steht sein Geburtstag am 18. Mai bevor und er wünscht sich Besuch von den Familien meiner Brüder, aber das wollen wir nicht mit dem Abschiedsnehmen von meiner Tante verbinden.

Roman weiss, was tot ist, sein Grossvater ist vor 8 Jahren gestorben, er wurde kirchlich beerdigt und Roman war mit dabei. Danach hat er oft im Rollenspiel die Beerdigung gespielt.
Wir alle 3 Familien haben keine Bezug zur Kirche.

Wie gestalten wir das am besten? Hat jemand von euch das schon einmal gemacht und teilt mir seine Erfahrungen mit?
herzliche Grüsse
Andrea mit Roman (5/2000), Downsyndrom (Trisomie 21),Hörbehindert und schwerer Sprechdyspraxie. Verständigt sich mit Sprache, Gebärden und Mintalker.

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