Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Hier kann man sich austauschen wenn das Kind eine Sprachserwerbsstörung hat.
Petra
Beiträge: 54
Registriert: 9. Dezember 2004, 21:15
Wohnort: Einsiedeln

Re: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Beitragvon Petra » 20. April 2012, 10:13

Liebe Andrea

Ich verstehe dich so gut!! Mein Sohn Yannick 13 2/3 Jahre alt, spricht fast nichts, Mama, Papa und wenige Worte die ich nur vestehe. Er versteht alles! Motorisch ist er auch wie ein Kleinkind.Wir haben keine Diagnose wie die Behinderung heisst.
Yannick hat bereits schon viele Jahre Logopädie. Er hat ein Smaltalker mit dem er sich ausdrücken kann; resp. wir sind es noch am Lernen.

Es macht mich schon traurig, dass er auf so viele Leute zugeht und mit ihnen sprechen möchte und die meisten verstehen ihn nicht, aber irgendwie hoff ich immer noch auf ein Wunder!!!

Ganz liebe Grüsse

Petra
Inok
Beiträge: 5
Registriert: 23. Oktober 2007, 22:12

Re: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Beitragvon Inok » 23. April 2012, 23:18

Hallo Bea
Danke für deine mail, die Info wär sonst wirklich nicht angekommen.


Hallo Claudine

Schön von Dir zu hören. Es ist ziemlich genau 4 Jahre her, dass wir Info's ausgetauscht haben. Es freut mich riesig dass Shannon so Fortschritte gemacht hat und ich mag es Euch von Herzen gönnen. Tja bei uns ist die Situation ziemlich nüchtern. Er ist jetzt 11Jahre alt, ist immer noch in der Heilpädagogischen Schule, jetzt in der 3. Klasse für Körperbehinderung. Er ist kontinuierlich am Artikulieren, in seiner Sprache, ahmt die Geräusche der realen Welt nach, eine Katze ist immer noch "Miau". Der Wortschatz ist sehr klein. Manchmal sagt er einen Satz bestehend aus max. 5 Wörtern, worin aber Bindewörter vollständig fehlen. Die Worte sind schwer verständlich. Man braucht Übung, Fremde haben fast keine Change. Er kennt inzwischen alle Buchstaben, tut sich aber schwer mit Lesen. Addition / Subtraktion im Zahlenraum bis 20. Er fühlt sich wohl in der Schule und ist gut integriert. Er hat eine tolle Lehrerin, die ein auf ihn abgestimmtes Pensum fährt.
Letzten Herbst hat sich bei ihm Diabetes manifestiert, was uns ziemlich auf Trab gehalten hat und ihm und uns eine neue Hürde auferlegt hat. Inzwischen haben wir das auch im Griff, aber Lesen und Rechnen wird nun nicht nur "nice to have" sein, es ist lebensnotwendig. Eine falsche Berechnung des Insulins kann lebensgefährlich sein. Ob er diese Fähigkeit je erlangen wird, weiss ich nicht. Ich mach mir darüber auch noch keine Gedanken. Das schauen wir dann an wenn er soweit ist. Anmerkung: Ich will dieses Thema hier auch nicht diskutieren, es soll einfach nur seine und unsere Situation zeigen.


Hallo Andrea

Ich habe hier 2007 diesen Thread eröffnet weil ich Fragen hatte und Antworten erhoffte. Wie auch Du dachte ich, es müsse andere Betroffene geben. Es gibt Sie, aber ich habe die erhofften Antworten nicht erhalten. Ich sehe das inzwischen so. Am Anfang der Diagnose stehen 1000 Fragen im Raum. Irgendwann stellt man fest, dass man alles getan hat was man konnte, alle wichtigen Informationen gesammelt hat und dass die "neuen" Informationen nur noch Wiederholungen sind und immer mehr vom Kern der Situation abdriften. Am Anfang ist die Lernkurve sehr steil und flacht dann ab. Wenn man sich im flachen Teil der Lernkurve befindet, dann wird die Situation zum Alltag, man lebt damit, es gehört zum Leben, ist Bestandteil der Familie, Bestandteil unseres Lebens, 24h, 365Tage Jahr um Jahr. Es ist unsere Normalität und man arrangiert sich damit und macht das Beste daraus. Irgendwann muss man einfach in die Zukunft schauen und die Situation wieder selbst in die Hand nehmen. Deshalb denke ich läuft in den Foren nicht viel. Ich habe mir einzig vorgenommen jedes Jahr mal hier reinzuschauen und einen Update zu schreiben. Für alle Die, die wie ich Fragen hatten.

Deine Beschreibung ähnelt sehr der Situation und der Diagnose die wir damals hatten. Da Du die Diagnose hast, bist Du schon mal an den richtigen Logopäden geraten und das ist sehr viel wert, denn Da bist Du in den richtigen Händen. Ich nehme an Du hast unsere Geschichte gelesen, dann kennst Du chronologisch den Verlauf der Entwicklung bis jetzt und die Fragen die ich hatte.
Als ich hier Deine Geschichte gelesen habe, habe ich mich versucht zurückzuversetzen in unsere Situation als wir es erfahren haben und habe mir überlegt was gibt es Sinnvolles zu sagen. Was wäre für mich hilfreich gewesen.

Da wieder ein Jahr vorbei ist, nehme ich diese Gelegenheit als update war und schreibe mal über meine persönlichen "Lessons Learned" mit einer kurzen Begründung. Ich denke manche sind ernüchternd aber ich bin nun mal der Meinung eine Situation zu verschönern bringt nichts, die Realität holt einen ein. Ich persönlich weiss lieber von Anfang an woran in bin.

Man findet im Netz viele Tips und Ideen und immer gibt es jemanden der mit einer Methode Erfolg gehabt hat, jemanden der bei einem Spezialisten gewesen ist, diejenigen die ihre Therapie oder ein therapeutisches Produkt teuer verkaufen und und und... Für klassische Sprachprobleme gibt es therapeutische Ansätze die funktionieren. Bei einer verbalen Entwicklungsdyspraxie zeigen diese Ansätze wenig bis keine Wirkung. Der beste Ansatz ist der, den man auch bei Schlaganfallpatienten anwendet. Sie wird auch Drill Therapie genannt, ist aber wenig verbreitet. Ich habe festgestellt dass die Logopäden diesen Begriff negativ assoziieren. Drill bedeutet einfach x mal das gleiche wiederholen bis es sitzt. Ich habe des Öfteren festgestellt dass Logopäden die mit verbaler Entwicklungstherapie keine Erfahrung hatten, gar nicht auf diesen Hinweis eingingen und mir erklären wollten dass "Drill" der falsche Ansatz ist, weil sie damit fälschlicherweise strenge erzieherische Methoden assoziiert haben und dann nach 1/2 Jahr den gleichen Ansatz ohne Namen hervorgebracht hatten.

Ja die Behinderung ist selten. Ich glaube mal gelesen zu haben dass 0.2% der Kinder an einer verbalen Entwicklungsdyspraxie leiden, wobei es keine Differenzierung des Schweregrades gibt. Es wird vermutet dass die Behinderung genetischen Ursprungs ist, wir haben inzwischen in unserer Verwandtschaft einen Jungen der auch an einer Sprachstörung leidet, das würde diesen Ansatz erhärten. Es gibt praktisch keine Studien, hier und da eine Dissertation, keine mir bekannten Langzeituntersuchungen. Der Entwicklungsverlauf wird auch nicht verfolgt und keiner Metrik unterworfen wie es z.B. bei einem Geburtsgebrechen gemacht wird. Ich vermute die leichteren Fälle werden erwachsen und integrieren sich in die Gesellschaft, bei den Härtefällen ist ein mögliches Szenario ein begleitetes Wohnen, oder (wir werden es herausfinden...). Aber da es wenige sind, werden sie nicht speziell erfasst. Beide Fälle entziehen sich irgendwann der Fürsorge der Eltern und haben selbst höchstwahrscheinlich kein Interesse oder keine Fähigkeit/Möglichkeit, Erfahrungen über ihre eigene Entwicklung abzugeben.

Sprechen ist für uns ein ganz normales alltägliches Etwas. In unserem Gehirn muss dafür aber extrem viel komplexe Arbeit geleistet werden. Es beginnt beim Wunsch etwas zu kommunizieren. Dafür müssen Begriffe in einer Sprache gefunden werden. Die Begriffe setzen sich aus sogenannten Phonemen zusammen die das Gehirn in die richtige Reihenfolge bringen muss damit daraus ein Wort entsteht. Die Worte wiederum müssen in die richtige Reihenfolge gebracht werden damit daraus ein Satz entsteht der unser Gegenüber versteht. Zur Umsetzung muss wiederum die Mundmotorik vorhanden sein die es ermöglicht die Phoneme in Schallwellen umzusetzen. Dieser Prozess setzt ein gewisses Abstraktionsvermögen voraus das diesen Kindern fehlt. Im Gehirn ist alles absolut klar vorhanden, aber ihnen fehlt die Möglichkeit es zu artikulieren. Diese Kinder haben keine Probleme sich reale Dinge vorzustellen, abstrakte Dinge machen ihnen aber grosse Probleme.

Eine verbale Entwicklungsdyspraxie geht auch immer mit einer Lernschwäche einher, ist eigentlich auch erklärbar wenn man weiss dass das Abstraktionsvermögen fehlt. Es ist nicht nur eine Entwicklungsverzögerung, d.h. eine Erwartungshaltung dass der Entwicklungsschub dann doch noch kommt, so wie ich sie hatte, ist falsch. Es wird immer ein Defizit bleiben. Nur weiss man nicht wie gross das Defizit ist. Ich denke das hängt vom Schweregrad ab.

Wer nicht sprechen kann, hat auch Mühe Lesen und Schreiben zu lernen. Vor allem Schreiben ist ein Problem, denn die Aneinanderreihung der Phoneme und Worte zu einem sinnvollem Ganzen (dem Satz) ist nicht vorhanden. (Aussage unserer Logopädin, wir sehen das aber schon bestätigt)

Da es sich um wenig Fälle handelt, die Ursache noch nicht identifiziert wurde, und es aktuell keine Therapie gibt die greift, haben die Logopäden/innen (im Folgenden nur noch die männliche Form) natürlich auch einen schweren Stand. In der Anfangsphase wechseln die Logopäden spätestens alle 2 Jahre, hier bei uns auf jeden Fall. Vorschullogo, Kindergarten logo, ev. Spezialist, Schullogo. Sobald der Logopäde merkt, dass sein Ansatz nicht wirkt, verweist er Dich an einen Spezialisten zur Abklärung (er will ja keinen Fehler machen) dieser hat dann eine weitere Idee und schickt Dich zu einer weiteren Abklärung. Das geht so weiter, dann wechselt das Kind die Schule und ein neuer Logopäde / Lehrer hat die Hauptverantwortung. Das Spiel fängt von vorne an. Je älter das Kind wird, desto langsamer geht dieser Zyklus vonstatten, da es länger beim gleichen Lehrer/Logopäde bleibt und Ruhe kehrt zu Hause ein.

Dazu kommen dann noch die vielen Tipps von Bekannten die sich Sorgen machen und gehört haben dass..., ebenso die Information aus dem Netz. Wichtig zur Qualifikation der Informationen aus dem Netz ist, dass man im Netz hauptsächlich von Erfolgen liest, die Ausgangsbedingungen aber meistens anders sind. Von den Ansätzen die keinen Erfolg bringen liest man nichts.

Als Eltern will man natürlich nichts unversucht lassen und das ist auch richtig so. Für mich ist wichtig die Balance zu halten zwischen therapeutischem Erfolg
und familiärer Belastung. D.h. die Belastung durch Therapien, Abklärungen, Anreisezeiten in einem Mass zu halten, dass noch Zeit zum Spielen und Zeit zum Kind sein bleibt.

Wichtig ist einen guten Logopäden und eine Schule zu finden in der das Kind gefördert wird und nicht einfach nur mitgezogen oder sogar ausgegrenzt wird.

So, das war jetzt eine ganze Menge, zum Glück hat es heute geregnet und ich hatte Zeit zum Tippen. Ich weiss nicht ob Dir das was bringt. Ich kann Dir nur ganz nüchtern den Stand der Dinge aus meiner Sicht sagen. Ich kenne kein Rezept und mir keine bekannte Therapie die wirklich Besserung bringt. Sorry für die nüchternen Fakten.

Ich wünsche Euch allen alles Gute.
PS: Antworten können lange gehen. Spätestens kommt nächstes Jahr wieder ein Update.

Liebe Grüsse
Koni
4albschaefchen
Beiträge: 9
Registriert: 18. April 2012, 14:45

Re: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Beitragvon 4albschaefchen » 12. Oktober 2012, 22:03

Wie SCHUSSELIG ich doch bin, erst heute habe ich die Antworten hier gelesen, war auch lange nicht mehr hier und hab die wohl vorher übersehen.

Ich freu mich liebe Koni immer wieder ein Update von Dir zu lesen.

Heute kann ich nicht viel schreiben, ich bin noch immer in der Phase wo immer irgendwas noch dazukommt und mich das fertig macht. Nachdenklich........

Alina geht inzwischen auf ein Sprachheilkindergarten seit 5-6 Wochen und die Logo bei uns ist super. Drill werd ich mal ansprechen, aber das macht die so wie ich es sehen kann. Wir haben ein 10er Rezept z.B. am Anfang gebraucht nur um das Wort "MAMA" zu lernen, Alina sagte immer "AMA" Sie tut sich sehr schwer und sind jetzt auch "auserhalb des Regelfalls" angekommen bei Rezeptausstellung und sie hat bie den vielen Rezepten immer recht lange gebraucht für ein Wort oder hat es oft auch gar nicht geschafft richtig auszusprechen.

LG Andrea
JessicamitLuca
Beiträge: 2
Registriert: 22. Januar 2013, 17:18

Re: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Beitragvon JessicamitLuca » 29. Januar 2013, 16:51

Hallo Andrea, hallo zusammen,

ich heiße Jessica und wir sind aus Deutschland :-) mein Sohn Luca, 4 geworden, hat auch eine Dyspraxie.

Ich habe recht lange überlegt ob ich die Anmeldung hier machen soll, weil doch die Möglichkeiten des Austauschs sehr begrenzt sind. Und oftmals hört man einfach nicht, wie es den Kindern weiterergangen ist, was ich sehr schade finde.
Aber ich würde mich sehr gerne mit Dir bzw. den anderen Eltern austauschen.....

Also ich hoffe mal auf Antworten :-D

Liebe Grüße
Jessica mit Luca
Benutzeravatar
Beatrice
Beiträge: 4111
Registriert: 3. Dezember 2005, 22:47
Wohnort: Gossau/SG
Kontaktdaten:

Re: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Beitragvon Beatrice » 25. April 2013, 21:38

Vielleicht enthält der eingefügte Bericht für den einen oder anderen etwas Brauchbares:

Keith, 13 Jahre alt sagte: „My mouth won’t cooperate with my brain.“ (Stackhouse, zit.
nach Schulte-Mäter, 1996, S. 15)
Diese Aussage eines Jungens, der von einer Verbalen Entwicklungsdyspraxie betroffen
ist, macht den Leidensdruck, den er in der täglichen Kommunikation erlebt,
deutlich.

Ferner habe ich ein paar Links dazu gefunden:
http://www.dbl-ev.de/kommunikation-spra ... raxie.html
http://opus.kobv.de/ubp/volltexte/2010/ ... _art02.pdf

Liebe Grüsse an alle

Bea
Zuletzt geändert von Beatrice am 17. Oktober 2013, 21:08, insgesamt 1-mal geändert.
Der Veranstaltungskalender des Forums wird laufend aktualisiert
viewforum.php?f=37

Man sieht nur mit dem HERZEN gut.
Antoine de Saint-Exupéry

-----------------------------------------
Bacci
Beiträge: 14
Registriert: 17. Mai 2012, 14:17

Re: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Beitragvon Bacci » 27. Mai 2013, 20:38

Danke für den Tip. Ist etwas zu fachlich geschrieben für mich. Valea spricht ja immer noch nicht ihrem Alter gerecht. Auch teilweise mit Tanne Gebärden. Leider si d wir immer noch auf der Warteliste für die Logopädie. Im Moment freuen wir uns immer wieder über neue Wörter die kommen.
4albschaefchen
Beiträge: 9
Registriert: 18. April 2012, 14:45

Re: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Beitragvon 4albschaefchen » 29. Juli 2013, 21:48

Schönen guten Abend,

dass ist so schade das sich hier weiter nicht viel tut. Ich muss selber ruhig sein, war lange nicht online. Habe aber irgendwie gehofft das sich hier was getan hat inzwischen.

Wer hätte denn Lust sich weiterhin über VED auszutauschen?

Liebe Grüsse Andrea
Benutzeravatar
Beatrice
Beiträge: 4111
Registriert: 3. Dezember 2005, 22:47
Wohnort: Gossau/SG
Kontaktdaten:

Re: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Beitragvon Beatrice » 17. Oktober 2013, 21:13

Liebe Andrea

Ja, es ist schade, dass sich zu diesem Thema so wenig tut. Evtl. hat sich eine Art der Resignation bei den Mamis breit gemacht - ich weiss nicht - könnts mir einfach vorstellen.
Ich forsche manchmal nach entsprechenden Foren oder einer internationale Selbsthilfegruppe. Gefunden habe ich aber noch nie was in dieser Richtung.
Heute kam mir aber diese Seite vors Auge - hier wird eine VEDit-Therapie beschrieben. Evtl. ist das was, das dem einen oder anderen einen Lichtblick gibt
http://vedit-therapie.de/verbale-entwicklungsdyspraxie/

Ich sende allen, die hier mitlesen ganz liebe Grüsse

Bea
Zuletzt geändert von Beatrice am 12. Dezember 2014, 22:12, insgesamt 1-mal geändert.
Der Veranstaltungskalender des Forums wird laufend aktualisiert
viewforum.php?f=37

Man sieht nur mit dem HERZEN gut.
Antoine de Saint-Exupéry

-----------------------------------------
Benutzeravatar
Biafrachnebeli
Beiträge: 94
Registriert: 5. März 2007, 11:50
Wohnort: Ergendwo, wos schön esch

Re: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Beitragvon Biafrachnebeli » 8. Januar 2014, 22:38

Wow ich war ja schon seit Jahren nicht mehr in einem Forum

Bei unserem Sohn wurde es mit 3 Jahren diagnostiziert. Bei ihm war es aber im Zusammenhang mit Autismus abgeklärt worden, weil er als Baby nur Zeichensprache machte. Geräusche komplett fehlten. Kommunikation war nur mit mir möglich. Wenn er auf eine Frage von mir nicht antworten konnte, verschloss er seine Türen und zog sich in ein Hintertürchen zurück. Er bekam viele Wutanfälle, weil er sich nicht mitteilen konnte. Er hat nun 2 Jahre intensive Therapie hinter sich und spircht nun sehr viel, so dass eine integrative Schule resp. Kindergarten möglich ist.
Es Mami vomene gsonde Kend hed 1'000 Wönsch.
Es mami vomene "bsondere" Kend degäge nor 1 einzige!

Dean lebt mit dem 3-C-Syndrom (Dandy-Walker, Herz-Lungenfehler etc. geistiger Retadierung)

Finian lebt mit einem unklaren Dysmorphiesyndrom
Eva_C
Beiträge: 4
Registriert: 11. August 2014, 21:45

Re: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Beitragvon Eva_C » 28. September 2014, 22:09

Hallo,
ich würde gerne bei Euch mitschreiben, weiß aber nicht, ob hier noch jemand liest.
Mein Sohn ist 3,5 Jahre alt und wir haben jetzt auch die Diagnose Verbale Dyspraxie bekommen.
Ich würde mich sehr gerne mit Euch austauschen. Wir wohnen übrigens in Österreich, da ist es auch so gut wie nicht erforscht.

Liebe Grüße
Eva
Kyra83
Beiträge: 3
Registriert: 21. Oktober 2014, 06:06

Re: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Beitragvon Kyra83 » 21. Oktober 2014, 14:19

Hallo Eva
Wir haben gestern auch die Diagnose : "Verdacht auf VED" erhalten. Ansonsten zeigt sie keine Auffälligkeiten.

Unsere Maus wird im Nov. 3 Jahre. Bis jetzt hat es immer geheissen, wir sollten Geduld haben, dass mit dem Sprechen wird schon noch. Bis jetzt spricht sie nur Mama, Papa, Nana ist unsere Katze, buuh für Bauen, sss für den Gang zur Toilette. Vieles macht sie halt mit Mimik und Gestik.

Wie geht es euch?
Eva_C
Beiträge: 4
Registriert: 11. August 2014, 21:45

Re: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Beitragvon Eva_C » 21. Oktober 2014, 20:37

Hallo!
vielen Dank für Deine Nachricht.
Bei uns hats auch immer geheißen, ach das wird schon, die Buben brauchen halt länger, etc.
Wir wollten dann schon mit gut 2 Jahre Logopädie haben, alle haben gemeint, ist halt ein Spätzünder.
Wir haben dann Kinderarzt gewechselt und da ist dann bei einer Untersuchung herausgekommen, dass er Schleim in den Ohren hat und darum sehr schlecht hört.
Wie er 3 Jahre alt wurde, wurden dann die Nasenpolypen operiert.

Seitdem geht etwas weiter. Sein Gleichgewichtssinn ist besser, er kann mit Singspielen mehr anfangen. So ist unser Kind auch normal entwickelt, obwohl er schon einige Eigenheiten hat. Er hatte zum Beispiel am Spielplatz nie einen Stein oder so im Mund. Ich habe noch ein Kind bekommen und jetzt sehe ich schon viele Unterschiede.

Seit Juni haben wir auch eine neue Logopädin und die ist echt toll. Die wir vorher hatten, kannte sich mit Dyspraxie gar nicht aus. Er spricht jetzt schon ca. 60 Worte, obwohl die meisten nur für uns verständlich sind. So spricht er na für nass, ba für ball, lawa für lkw etc.

Zur Zeit kann ich damit wieder gut umgehen, ab und zu komm ich aber aus dem Grübeln nicht mehr heraus.
Er geht seit September in den Kindergarten - mit Begeisterung. Unser Kind hatte aber noch nie Probleme, mit anderen Kindern in Kontakt zu treten und auch noch keine Ausgrenzung erlebt. Vor diesem Moment fürchte ich mich jedoch.

Sonst bekommen wir 1x die Woche Frühförderung und gehen 1x pro Monat Ergo.

Kommst du auch aus Österreich?

Lg
Eva
Kyra83
Beiträge: 3
Registriert: 21. Oktober 2014, 06:06

Re: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Beitragvon Kyra83 » 22. Oktober 2014, 14:15

Sali Eva,
nein wir wohnen in der Schweiz.
60 Worte. Wow, dass ist doch schon mal was. Ich notiere mir grad all die Zeichen und Laute die für unsere Maus von Bedeutung sind (Sind bei weitem noch nicht bei 60ig). Da wir erst seit 2 Tagen die Diagnose haben, ist mit Therapie noch gar nichts. Hoffe aber dass das nun bald startet.

Unsere Maus ist auch sehr offen und positiv auf andere Kinder/Menschen eingestellt. Hoffe dass können wir ihr erhalten. Für mich ist die Ungewissheit der Fortschritte dass schlimmste. Ich weiss nicht worauf ich mich einstellen soll - da es ja "nur" ein Verdacht auf VED ist. Ich muss mich wohl gedulden.
Eva_C
Beiträge: 4
Registriert: 11. August 2014, 21:45

Re: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Beitragvon Eva_C » 26. Oktober 2014, 09:53

Hallo,
habt ihr die Ohren schon anschauen lassen?
Also bei uns haben die Therapien schon vor der Diagnose gestartet, weil man hat ja schon mit 2 Jahren gesehen, dass er deutlich weniger spricht als andere. Leider hat es bei der früheren Logopädin nicht viel gebracht.

Ja, die Ungewissheit - zur Zeit gehts mir ganz gut damit. Aber ich merke, wenn ich mich zuviel damit beschäftige und zu viel darüber lese, dass es mir dann nicht gut geht.

Ich glaube, die Ärzte tun sich sehr schwer mit der Diagnose, weil es ja doch viele Ursachen haben kann.
Ich hoffe auch immer sehr, dass es bei ihm auch "nur" die Sprache betrifft.

Lg
Tanja100282
Beiträge: 3
Registriert: 12. Dezember 2014, 15:30

Re: Sprachstörung - verbale Entwicklungsdyspraxie

Beitragvon Tanja100282 » 12. Dezember 2014, 22:06

Hallo alle zusammen!

Ich (32) bin neu hier und durch Zufall auf dieses Forum gestoßen.
Wie so oft habe ich wieder Lesestoff über die Diagnose meines Sohnes gesucht... Verbale Entwicklungsdyspraxie...

Ich habe mich hier mal durchgelesen und alles in mich aufgesaugt. In anderen Foren liest man fast nichts von älteren Kindern und ich fand das sehr interessant hier endlich mal was darüber zu lesen wie sich eure Kids so die Jahre über entwickelt haben.

Maximilian wird im März 4.
Maxi ist sehr kommunikativ aber verwendet für alles immer die gleichen oder sehr ähnliche Laute. Auto war sein erstes Wort, wobei es sich ziemlich verwaschen anhört. Er sagt seit etwa 8 Wochen auch Mama, Papa und ja. Das macht es alles sehr viel einfacher. Maximilian kann noch einige mehr Worte sagen, allerdings verstehe die nur ich oder eventuell noch mein Mann. Wir verständigen uns durch Gebärden die er sich teilweise selber überlegt hat und durch Fragen und er sagt dann eben ja oder schüttelt den Kopf.
Außerdem ist er wirklich ein sehr lautes Kind und kann die Lautstärke nur schwer regulieren.

Seit September geht er in den heilpädagogischen Kindergarten und bekommt zweimal wöchentlich Logopädie. Dazu kommt noch einmal wöchentlich Ergo.
Das hört sich alles gut an, allerdings hat die Logopädin in Sachen verbaler Entwicklungsdyspraxie keine Erfahrung und ist mit den entsprechenden Therapiemethoden nicht vertraut. Sie hat es sich nun etwas angeeignet und versucht nach Vedit zu therapieren. Die großen Erfolge blieben aber bis jetzt leider aus... :(

Maxi ist nach dem Kindergarten immer so müde und k.o., dass ich zur Zeit unmöglich noch zusätzlich zu einer anderen Logopädin gehen kann. Nächst Jahr ziehen wir um und ich hoffe sehr auf die neuen Logopäden im Kindergarten...

Ich frage mich oft wie es weitergeht und wohin die Reise geht,... Leider kann das niemand sagen und ich habe wirklich Angst davor. Wird Maxi jemals selbstständig leben können und hat er evtl. Noch andere Baustellen? Er hat z.B. noch kein Interesse daran sauber zu werden und ist auch sonst in allem ein Spätzünder...

Es ist jedenfalls schön zu lesen, dass man nicht alleine diese Probleme hat und es nich andere betroffene Kinder gibt.

Ich würde mich sehr über einen regen Austausch mit euch freuen!

Zurück zu „Kinder mit einer Spracherwerbsstörung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast