...es Ängeli meh ...

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orphan
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...es Ängeli meh ...

Beitragvon orphan » 31. Oktober 2013, 14:37

Hallo Zusammen

Seit einigen Tagen haben wir in unserer Familie ein weiteres "Ängeli" ... es ist das fünfte. Aber es war - nebst der Diagnose von meinem ältesten Sohn - wohl eines der schlimmsten Erlebnisse, die ich in meinem Leben hatte. Ich habe im vierten Monat unser Baby verloren. Nun ist es einfach weg.
Heute war ich bei einer Nachkontrolle mit Ultraschall ... es war schlimm ... zu sehen, dass kein Kind mehr da ist ... beim letzten Ultraschall war doch noch alles in Ordnung.
Man könnte meinen, dass ich langsam Erfahrung haben sollte ... mit schlechten Nachrichten verdauen ... aber ich habe gerade das Gefühl, dass ich absolut nicht damit zurecht komme.
Wie viel muss man in einem Leben ertragen können?

Grüessli
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Beatrice
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Re: ...es Ängeli meh ...

Beitragvon Beatrice » 31. Oktober 2013, 23:16

Liebe Orphan

Ganz betroffen lese ich Deine Zeilen und ich fühle so mit, dass meine Augen nass werden. Dein Smiley im Profilbild mag grad so gar nicht passen.
Ich kann Dir nichts Tröstendes sagen, denn es gibt nichts, was diesen Schmerz in der Seele lindern kann. Wieder steht Dir ein Trauerweg bevor. Warum und warum immer wieder die selben Personen eine so leidvolle Erfahrung machen müssen - diese Frage kenne ich auch von mir.
Und das alles ausgerechnet noch in diesem Tagen, wo auch der Nebel seines dazu tut um Menschen zu betrüben.
Was ich Dir wünsche im Umfeld ist, dass Du liebevoll behandelt und verstanden wirst. Dass Du von dummen Sprüchen verschont bleibst und in Dir Nischen findest, wo Du doch noch so etwas wie Geborgenheit spürst, auch wenn Du Dir so vom Schicksal betrogen vorkommen musst.

Orphan, lass Dich einmal fallen und weine, denn dieser Schmerz muss rausfliessen können. Manchmal ist man vor Entsetzen wie erstarrt, zu keiner Regung fähig - und innen fühlt man sich, als würde man zerbersten, oder so, als würden tausend Splitter in einem stecken.
So war das bei mir, als ich mein Prinzessli verloren habe. Ich musste mir helfen lassen, damals von einer Seelenklempnerin, die das Gleiche erlebt hat und darum wusste, wie weh es tut.

Ich habe das Gefühl, jedes meiner Worte ist schon fast zuviel, doch will ich Dich wissen lassen, dass ich es glaub verstehe, wie es Dir nun geht. Und dass ich mit Dir fühle und mit Dir hoffe, auf einen Sonnenstrahl und etwas, was Dir das Leben wieder freundlicher erscheinen lässt, als der Moment es tut, damit Du wieder frei atmen kannst und ein Stückchen blauen Himmel über Dir siehst.

Möge Dein neues Engelchen doch ein wenig Segen auf dich regnen lassen.

In stiller Verbundenheit

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Man sieht nur mit dem HERZEN gut.
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Re: ...es Ängeli meh ...

Beitragvon Flavia » 1. November 2013, 21:31

Liebe Orphan

Oh das tut mir so unendlich leid für Euch!
Mir fehlen die Worte, werde wohl onehin nicht die richtigen finden!

Ich wünsche dir (deinem Mann und den Kindern) viel Verständnis im Umfeld und viel Kraft auf diesem schwierigen Weg!!!

Ganz liebe Grüsse Flavia
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Re: ...es Ängeli meh ...

Beitragvon orphan » 4. November 2013, 11:13

Ja, der Smiley passt nicht!
Was war mit deinem Prinzessli?

Für einen kurzen Moment haben sich alle Prioritäten geändert ... nichts war mehr bedeutend. Da war nur der Verlust. Aber dann ging bei allen der Alltag weiter. Die Arbeit ... Schule ... nur ich sass zu Hause und wusste nicht, was ich tun soll. Es ist jetzt 10 Tage her ... keiner denkt mehr daran. Aber ich bin immer noch zu Hause und weiss nicht, was ich tun soll.
Ich fühle mich alles andere als gut ... aber die Blutwerte stimmen ... Ultraschall ist gut .. ich bin "gesund". Es gibt nichts mehr, was der Arzt für mich tun könnte. Also muss ich meinen Alltag bewältigen ... denn ich bin ja gesund ... ob das nun geht oder nicht interessiert keinen.

Ich traure so sehr um meinen kleinen Jungen, den ich nicht kennen lernen durfte.
Eine schöne Zeit wünscht
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Re: ...es Ängeli meh ...

Beitragvon Flavia » 4. November 2013, 13:54

Hallo Orphan

Ich glaube das schlimme an einem Verlust ist genau das, dass sich für alle die Welt weiter dreht.
Für einem bleibt alles stehen und man kann nicht glauben dass andere den Rasen mähen, einkaufen e.t.c.
Leute die mir nahe stehen und die Ihr Kind verloren haben sagen mir das so. Man fühle sich völlig in sich gefangen, habe unglaubliches "Heimweh" nach dem Kind und erträgt den normalen Alltag ganz schlecht.
Auch vermissen viele, dass kaum ein Jahr um, niemand mehr fragt wie es einem geht....

Ich hoffe du findest bald den Weg aus deiner Trauer, wenigstens so gut dass du neben dem funktionieren noch "leben" kannst.

Ganz liebe Grüsse Flavia

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