Hallo wir sind es.

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Lia
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Hallo wir sind es.

Beitragvon Lia » 16. Mai 2017, 08:40

Hallo, wir sind eine kleine Familie, bestehend aus mir und meinem wilden Sonnenschein ( 7 )
Ich fand ihn anfänglich nie sonderlich aufällig, er war ein ruhiger viel lächelndes Baby, aber eben etwas ruhig. In der Kinderkrippe lebte er richtig auf.
Er war sogenannter Latetalker, da er ist mit 2-3 anfing zu sprechen. Auch seine Feinmotorik ließ zu wünschen übrig.
Zudem wurden dann im Kindergarten-alter immer öfters sehr emotionale Gefühlsausbrüche bemerkbar. Jene schien er selbst auch nicht wirklich kontrollieren zu können, vor allem nicht wenn noch äußere Reize auf ihn einfluteten.
Angesichts seiner ganzen Defizite bekam er dann Frühförderung, Logo und Ergo. Die Therapeuten waren mit seinen Fortschritten auch alle zufrieden also sah ich positiv auf den Schulanfang zu.
Leider ist die Schule nicht so positiv.

Er kann sich schwer länger konzentrieren, Ausdauer problematisch, leicht ablenkbar. Und auch seine Gefühlsausbrüche machten sich hier schnell bemerkbar. Zudem war sein sozialer Umgang mit den Erwachsenen aber auch anderen Kindern nicht altersgemäß. Seine Aussprache ist noch undeutlich.
Kurzum die Schule machte uns gehörig Druck das er ja doch nicht so sei wie die Anderen. Inzwischen hatten wir nun vor kurzem diverse Untersuchungen bei Therapeuten , Psychologen und ein EEG. Was dabei heraus kommt, wird sich zeigen.

Bisher weiß ich nur das er im logischen visuellen über dem Durschnitt seines Alters liegt und im Ausdauerenden konzentrierten unter dem Durchschnitt. Laut Psychologen könnte er aber durchaus später sogar auf das Gymnasium gehen wenn er diese Defizite unter Kontrolle bekommt.
Er würde ihn am liebsten stationär schicken da man ihn da besser fordern und fördern könnte.
Ich bin da aber skeptisch da er doch recht sensibel ist und von mir noch nie länger getrennt war, und wenn es mal länger als 1 Nacht war, hatte er wenigstens eine andere vertrauensperson um sich. Zudem kam es sehr selten vor.

Nun war es doch ausführlicher als gedacht. Kurzum vermutlich hat mein Junior ADHS , zudem ist er stark kurzsichtig. Ob da noch mehr ist läßt sich warscheinlich erst nach dem Endberich der Therapeuten sagen.

SOviel erstmal von unserer kleinen Familie

lg Lia
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Tina Tessy
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Re: Hallo wir sind es.

Beitragvon Tina Tessy » 16. Mai 2017, 20:14

Hallo Lia

Willkommen im Forum!
Mit Druck können die meisten Menschen nicht umgehen und fördert nicht wirklich. Also, versuch dich nicht unter Druck zu setzen, ich weiß es klingt einfacher als es ist.
Was toll ist, wie du schreibst, hat er mit den verschiedenene Therapien Fortschritte gemacht!
Ich bin kein Arzt, doch wären die gewisse Symptome unter Anderem auch bei ADHS. Ich bin ADHS-Coach und da gibt es gute Möglichkeit Fertigkeiten anzutrainieren, wie Konzentration, Ausdauer und Aufmerksamkeit.
Da ich nicht weiss, wie stark ausgeprägt und störend für die Klasse ist, kann ich nicht beurteilen ob stationär die beste Lösung ist. Falls ADHS diagnostiziert wird, erkundige dich doch, welche Therapeuten und Coaches bei euch sind. Das "gute" ist, dass es vor 9 Jahren entdeckt wird, so werden die Kosten von der IV übernommen (in der Schweiz zumindest).
ganz liebe grüsse
tina
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Lia
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Re: Hallo wir sind es.

Beitragvon Lia » 17. Mai 2017, 20:26

Danke Tina

Ja mit Druck kann weder ich noch mein Sohn umgehen. Er wird dann frustiert und bekommt ein Wut bzw "Ich bin bockig" anfall und ich geh auf Abwehr.
So wie die Schule über ihn spricht und mir auf die Nerven geht ( klingt hart aber so empfinde ich das, wenn man jeden 2 Monat zum Elterngespräch zitiert wird nur um Rede und Antwort zu stehen ob man den schon was gemacht hätte) steht er da als wäre er ein Störenfried.

Er weiß sich oft nicht angemessen zu verhalten. Wegen ihm kommt es häufig zu Konflikten. Ständig Wutausbrüche.
Ich soll ihn im Sportverein anmelden, ich soll mit ihm zum Therapeuten und Logopäden. Ich soll mal über eine Mutter-kind-kur nachdenken. Und natürlich wollen sie dann ständig erfahren ob und was wir den schon gemacht hätten und was dabei heraus gekommen ist.

Das er ein sehr liebevoller, höfflicher, aufgeschloßener herzlicher Bub ist wird dabei übergangen. Ich finde man sollte , vor allem bei einem Kind, das Gesamtbild betrachten und nicht ständig nur auf die negativen Punkte stechen.

Mir geht das ziemlich auf die nerven und ich hab das Gefühl mich und vor allem mein Kind in Schutz nehmen zu müßen. Und das gegenüber den Personen die täglich mit ihm zu tun haben und von welchen ich ein wenig mehr Weitsicht und Einfühlungsvermögen erwarte. Sie sind Lehrer, Erzieher und haben nicht erst seit gestern mit Kindern zu tun. Und mein Sohn ist sicherlich auch nicht der Erste der gewisse Defizite hat.

Entschuldige aber das mußte ich gerade mal los werden.

Ergo und Logo haben wir im Ort, Ansonsten haben wir nix wirkliches da, leider.
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Beatrice
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Re: Hallo wir sind es.

Beitragvon Beatrice » 17. Mai 2017, 21:11

Liebe Lia

Herzlich willkommen im Forum. Darf ich fragen, wie hoch die Kurzsichtigkeit bei Deinem Jungen ist? Bei mir waren es Minus 23 Dioptrien beidseits - und bis man es beim Augenarzt auch endlich merkte, vergingen 4! Jahre. Je länger ein stark kurzsichtiges Kind ohne adäquate Sehhilfe aufwächst, umso weniger kann es angemessenes Verhalten abgucken. Kinder lernen sovieles vom Zuschauen, aber wenn sie kaum bis zur Nasenspitze sehen können, dann geht das natürlich nicht. Da summieren sich Defizite, die es sonst nicht gäbe. Fein-und grobmotorisch sind hochgradig kurzsichtige Kinder meist schlechter dran als die ganz blinden, bei denen man es gleich bei der Geburt merkt, dass sie nichts Verwertbares sehen.
Wie lange dauerte es bei Deinem Jungen, bis man seine Kurzsichtigkeit bemerkte?
Wenn nichts hinhaut, wie es soll und wie man will, dann wird man tobsüchtig - ich kenne das alles. Ich war ein liebes, hilfsbereites Kind, aber ich konnte nichts wie andere. Und das macht einen innerlich so wild. Und wegen der Sehbehinderung ist man meist auch langsamer als andere, man kommt dem Tempo der anderen beim besten Willen nicht nach und da er offenbar geistig sehr weit ist und sich allem bewusst ist, wird er noch mehr Frust haben.

Es ist himmeltraurig, dass Lehrer heute bei so vielem kein Verständnis zeigen - da hatte ich es früher, in den 1970-er Jahren besser. Da gab es kein Tamtam, man vergrösserte mir die Arbeitsblätter auf A3 und fertig.
Kann Dein Kind in eine "normale" Schule oder ist das eine Sehbehindertenschule? Und bist Du aus der Schweiz? Dann könnte ich Dir die visoparents-Elternvereinigung noch empfehlen.

Etwas vom Wichtigsten ist, dass Du Dein Kind in seinem Talenten bestärkst und nicht dauernd auf die Defizite abzielst. Er wird immer wieder merken, dass er anders ist, doch es ist so wichtig für alle Menschen zu wissen, ganz tief innen, dass man geliebt wird, wie man ist. So, wie Du schreibst, dass Du denkst, Du müsstest Dich rechtfertigen - Versuch blöde Blicke oder Kommentare an Dir abperlen zu lassen, wie an einer Ölkleidung - Dein Kind muss spüren, Du stehst hinter ihm (ausser wenn er wirklich "saublöd" tut, wie Kinder das halt machen - praktisch alle, auch ohne AHDS, im Rahmen der normalen Erziehung - aber sonst, viel loben, was er gut macht oder einfach ihn spüren lassen, dass Du ihn lieb hast - damit bestärkst Du ihn.

Viele liebe Grüsse

Bea
Der Veranstaltungskalender des Forums wird laufend aktualisiert
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Man sieht nur mit dem HERZEN gut.
Antoine de Saint-Exupéry

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Re: Hallo wir sind es.

Beitragvon Lia » 18. Mai 2017, 16:13

Hallo Bea.

So stark ist es bei ihm nicht. Festgestellt wurde es mit 5, dann bekam er auch seine erste Brille ( kurz bevor er 6 wurde) . In der Schule sprach mich dann die Lehrerin an das sie das Gefühl hätte er würde nicht so gut erkennen was an der Tafel steht.
Entsprechend versuchte ich nochmal einen Termin zu bekommen was ewig dauerte. Zudem saß er die ganze Zeit in der letzten Reihe, was ich für einen Brillenträger sowieso nicht gut finde.

Er hat jetzt rund -6 pro Auge. Was sich auch mit Brille nicht 100% ausgleichen läßt, so die Augenärztin. Mir macht das Sorgen das er in dem Alter schon so stark kurzsichtig ist. Ich selbst bin auch kurzsichtig. - 9 pro Auge. Nur hat sich das bei mir erst in all den Jahren so verschlechtert.
In seinem Alter war ich noch nicht bei einer solchen Dioptrien Zahl.

Entschuldige für dich muß das vermutlich lächerlich klingen. Im Vergleich zu deinem Wert.

Was die anderen Dinge betrifft. In der Regel ist er nicht dabei wenn ich das Gefühl bekomme ihn verteidigen zu müßen. Da ich es möglichst vermeide das er solche Gespräche mit bekommt.
Läßt sich nicht immer verhindern aber meistens. Ich achte auch in der Erziehung darauf das ich ihn nicht besonders behandel.
Gerade im Umgang mit gleichaltrigen versuch ich teilweise absichtlich wegzusehen. Den er lernt am ehesten von anderen Kindern seines Alters. Nämlich daran wie sie reagieren.

Und solange er nicht gewalt erfährt ist das auch ok.

Edit: Fast vergessen. Ich bin nicht aus der Schweiß. Wir leben in Sachsen.
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Tina Tessy
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Re: Hallo wir sind es.

Beitragvon Tina Tessy » 21. Mai 2017, 21:19

Liebe Lia

Es ist schön zu hören, wie du deinen Sohn siehst! Das er ein sehr liebevoller, höfflicher, aufgeschloßener herzlicher Bub ist. Du hast Recht, man sollte das Gesamtbild betrachten und nicht ständig nur auf die negativen Punkte stechen. Ich erlebe Eltern die nur noch die Probleme sehen und das Kind absolut aus den Augen verlieren.
Doch möchte ich dich ermutigen die Vorschläge der Erzieher auszuprobieren. Ich weiss nicht wie viel du schon ausprobiert hast und möchte dir auch nicht zu Nahe treten.
Doch sehe ich, dass es Dir ein Anliegen ist und du dein Kind wirklich liebst. Erziehung alleine kostet viel Kraft und ein Kind mit viel Aktivität noch mehr. Deshalb wünsche ich dir ganz besonders viel Kraft.
Ein Fussballprofi wird nur durch Training gut. Die Einen müssen mehr trainieren und die Anderen weniger um ans Ziel zu kommen.
So ist es auch mit einem ADHS-Kind. Es braucht nur ein bisschen mehr Training :wink: Und dass darfst du ihm ermöglichen.

Ich hoffe es hilft dir ein bisschen
ganz liebe grüsse
tina
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Re: Hallo wir sind es.

Beitragvon orphan » 29. Juli 2018, 11:43

Hallo Zusammen
Der Bericht ist zwar schon alt … aber ich hätte da eine Frage an Tina. Du schreibst, dass du ADHS-Coach bist …

Wenn ein Kind ADHS hat, braucht es mehr Training … das ist so. Aber was ist, wenn das Kind Erwachsen wird? Der Druck zu gross wird? Die Gesellschaft einem erdrückt und man Depressionen, Ängste etc. entwickelt? Reicht da "ein bisschen mehr Training" auch? Ist man in der Lage, wenn man mittendrin steckt, (noch) mehr zu geben? Irgendwann wir man müde immer "mehr" als andere Menschen zu geben und dann?!?
"Ein bisschen mehr Training" kann für einen ADHS-Betroffenen auf Dauer eine sehr, sehr belastende Methode sein.
Eine schöne Zeit wünscht
orphan
.
Sohn 2004 MPS3a/Sohn 2005 ASS/Tochter 2010 ADHS
Stell' dich täglich dem Wind, dann trotzt du dem Sturm. Bild Geh' lachend durch den Regen, und du überwindest die Flut.
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Tina Tessy
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Re: Hallo wir sind es.

Beitragvon Tina Tessy » 30. Juli 2018, 11:56

Hallo Orphan,

Bei Zwängen, Ängste und Depressionen macht es Sinn einen Facharzt aufzusuchen und Medikamente verschreiben zu lassen.
Trotzdem macht es Sinn ein ADHS-Training parallel zu machen. Im Training geht es auch mit schwierigen Situationen umzugehen. Der ADHSler hat Mühe, besonders in schwersten Situationen, Prioritäten zu setzen. Der Coach hilft die Baustellen mit dem Klient aufzuzeichnen und erarbeitet mit ihm zusammen wie man die Situationen/ Probleme bewältigen kann. Dadurch dass der Coach ihn begleitet, wird oftmals auch den Druck und die Last ein wenig genommen, da der ADHSler nicht alleine mit seinen Problemen gelassen wird.
Doch bei einer schweren Depression braucht es zuerst eine medikamentöse Behandlung, da der Klient nicht fähig ist aus diesem Loch zu kommen.
„Mehr“ Training macht keinen Sinn. Ein wöchentliches Setting ist in solchen Momenten ausreichend. Falls die Person mehr braucht, vorallem wegen den Ängsten/Depressionen, dann macht eine stationäre Behandlung mehr Sinn.
Ein Training ersetzt nie eine ärztliche oder psychiatrische Behandlung, welche bei Depressionen, Ängsten und Zwängen nötig wären.
Ich hoffe ich konnte dir mit meiner Antwort dir weiterhelfen
ganz liebe grüsse
tina
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orphan
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Re: Hallo wir sind es.

Beitragvon orphan » 30. Juli 2018, 12:25

Hallo Tina
Danke für deine Antwort.
Eine schöne Zeit wünscht
orphan
.
Sohn 2004 MPS3a/Sohn 2005 ASS/Tochter 2010 ADHS
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Re: Hallo wir sind es.

Beitragvon KarinaR » 3. September 2018, 22:39

Hallo Orphan,

Bei Zwängen, Ängste und Depressionen macht es Sinn einen Facharzt aufzusuchen und Medikamente verschreiben zu lassen.
Trotzdem macht es Sinn ein ADHS-Training parallel zu machen. Im Training geht es auch mit schwierigen Situationen umzugehen. Der ADHSler hat Mühe, besonders in schwersten Situationen, Prioritäten zu setzen. Der Coach hilft die Baustellen mit dem Klient aufzuzeichnen und erarbeitet mit ihm zusammen wie man die Situationen/ Probleme bewältigen kann. Dadurch dass der Coach ihn begleitet, wird oftmals auch den Druck und die Last ein wenig genommen, da der ADHSler nicht alleine mit seinen Problemen gelassen wird.
Doch bei einer schweren Depression braucht es zuerst eine medikamentöse Behandlung, da der Klient nicht fähig ist aus diesem Loch zu kommen.
„Mehr“ Training macht keinen Sinn. Ein wöchentliches Setting ist in solchen Momenten ausreichend. Falls die Person mehr braucht, vorallem wegen den Ängsten/Depressionen, dann macht eine stationäre Behandlung mehr Sinn.

Bist du dir sicher? Meinst du nicht das es Personen gibt die bei stationärer Behandlung eher tiefer in die Depressionen absinken?
Nicht alle Menschen sind gleich und ich denke es ist ein Fehler bei Depressionen gleich alle in die Stationäre Behandlung zu geben.

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